Finanzen & GeldInvestment

Der digitale Wettmarkt als Investmentthema: Chancen und Risiken für Anleger

Auch in Deutschland hat sich der digitale Wettmarkt zu einer Milliardenbranche entwickelt. Während Sie sich auf einer optimalen Plattform für Wettbegeisterte einen Überblick verschaffen können, stehen die Betreiber der Buchmacher im Fokus der Anleger. Aber sind solche Investments überhaupt lohnenswert?

Dieser Milliardenmarkt durchlebt einen Wandel

Nach 8,2 Milliarden Euro im Jahr 2024 setzten die legalen Wettanbieter laut dem Branchenverband DSWV im Vorjahr rund 8,3 Milliarden Euro um. Bei den Online-Angeboten belief sich der Bruttospielertrag auf 1,8 Milliarden Euro. Allerdings flachte das Wachstum auf rund ein Prozent ab, was unter dem Niveau von vor der Regulierung liegt.

Damit präsentiert sich das Wachstum deutlich langsamer als etwa in den USA, auch wenn der Sektor zweifelsohne groß und etabliert ist. Zum Vergleich: Weltweit dürfte das Wachstum insbesondere im Online-Bereich zweistellig bleiben.

So finden Sie als Anleger einen Zugang zum Wettmarkt

So finden Sie als Anleger einen Zugang zum Wettmarkt

Genau genommen ist es für Sie nicht möglich, direkt bei einem Buchmacher zu investieren. Das funktioniert ausschließlich entlang der Wertschöpfungskette und über börsennotierte Unternehmen, unter anderem so:

  • Über Wettanbieter-Konzerne, die teils mehr als eine Marke betreiben. Der bekannteste Name in Deutschland ist Entain plc, das für die Geschicke von Bwin verantwortlich ist.
  • Dazu kommen B2B-Zulieferer wie Sportradar, die unabhängig von den Wettanbietern Gewinne einfahren. Ganz einfach, weil sie Quoten, Live-Daten und Software liefern.
  • Interessieren Sie sich für ETFs, könnten spezielle Fonds für Sie ein Thema sein. Das damit verbundene Einzelwertrisiko streut sich, weil diese Fonds mehrere Aktien bündeln.

Für Investoren gibt es diese Chance

Auch wenn im deutschen Markt das Wachstum abflacht, sprechen mehrere Trends trotzdem für die Branche. Und zwar deshalb, weil immer häufiger mittels Smartphones sowie gegebenenfalls Tablets Wetten platziert werden. Denken Sie etwa an die auch unterwegs getätigten Live-Tipps. Dazu kommen personalisierte Angebote, welche zu steigenden Umsätzen pro Kunde führen. So rechnete der DSWV etwa vor der WM 2026 mit Einsätzen von rund einer Milliarde Euro.

Zumindest teilweise erwirtschaften besonders die traditionsreichsten Unternehmen solide Gewinne und zahlen damit einhergehend Dividenden. Im deutschen Markt kommen das rechtssichere Umfeld und die vom Glücksspielstaatsvertrag festgelegten hohen Eintrittsbarrieren hinzu. Letztere bringen auch hohe Investitionen in die Lizenzierung und in die Technik rund um den Spielerschutz mit sich.

Die Regulierung und der Schwarzmarkt bringen Risiken mit sich

Die strenge Regelung in Deutschland bringt natürlich Seriosität und Sicherheit für die Nutzer, aber sie stellt zugleich auch das größte Risiko dar. Seit dem Glücksspielstaatsvertrag von 2021 gelten nämlich anbieterübergreifend und abseits erlaubter Ausnahmen pro Monat Einzahlungslimits von 1.000 Euro. Dazu kommen Beschränkungen bei den Wettmöglichkeiten und generell bei den Live-Wetten sowie bei der Werbung. Und bei mehreren Buchmachern wirkt sich die 5,3%ige Wettsteuer auf die Margen aus. Ein Umgehen ist ein schwieriges bis unmögliches Unterfangen, denn die gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) überwacht den Markt eng. Zudem steht ein zweiter Änderungsstaatsvertrag an.

All das spielt dem wachsenden Schwarzmarkt in die Karten, denn Schätzungen zufolge nutzt rund ein Drittel der Sportwetter zumindest teilweise illegale Wettanbieter. Dazu kommt, dass Glücksspiel von vielen Anlegern und Fonds von Haus aus gemieden wird. So kommt es auch, dass sich die Werbe- und Sponsoringausgaben durch die Buchmacher seit 2021 mehr als halbiert haben.

Antwort verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert