Wer sich für den Beruf der Tagesmutter oder des Tagesvaters interessiert, stellt sich schnell eine zentrale Frage: Was verdient man als Tagesmutter? Diese Frage ist nicht nur für Neueinsteiger wichtig, sondern auch für Eltern, die überlegen, ihre Kinder in eine Kindertagespflege zu geben.
In diesem Beitrag erfährst du, wie sich das Gehalt zusammensetzt, welche Faktoren den Verdienst beeinflussen und worauf man bei der Berechnung achten muss. Es lohnt sich, genau hinzusehen, denn die Einkommensspanne ist groß und hängt von zahlreichen Rahmenbedingungen ab.
Kindertagespflege im Überblick
Tagesmütter und Tagesväter betreuen Kinder meist im eigenen Haushalt oder in angemieteten Räumen. Diese Form der Betreuung wird als Kindertagespflege bezeichnet und stellt eine Alternative zum Kindergarten dar.
Häufig betreut eine Tagesmutter bis zu fünf Kinder gleichzeitig. Die Arbeit ist pädagogisch geprägt und erfordert ein hohes Maß an Verantwortung und Organisation.
Die Kindertagespflege ist gesetzlich geregelt. Grundlage bildet § 23 des Achten Sozialgesetzbuches (SGB VIII). Wer als Tagesmutter tätig sein will, benötigt eine Pflegeerlaubnis, die vom zuständigen Jugendamt ausgestellt wird. Voraussetzung ist eine Qualifizierung und das Bestehen einer Eignungsprüfung. Tagespflegepersonen arbeiten in den meisten Fällen selbstständig, manchmal auch angestellt bei einem Träger.
Was verdient man als Tagesmutter im Durchschnitt?
Die Frage „Was verdient man als Tagesmutter?“ lässt sich nicht pauschal beantworten. Der Verdienst variiert stark und hängt von Faktoren wie Region, Anzahl der betreuten Kinder, Betreuungszeiten und der Vergütung durch das Jugendamt ab. Grundsätzlich wird der Lohn pro Kind und Betreuungsstunde berechnet.
In vielen Regionen liegt der durchschnittliche Stundensatz bei etwa fünf bis acht Euro pro Kind. Wenn eine Tagesmutter fünf Kinder jeweils 40 Stunden pro Woche betreut, ergibt sich daraus ein monatlicher Bruttobetrag von etwa 4.000 bis 6.400 Euro. Davon müssen jedoch Betriebsausgaben, Sozialversicherungen und Rücklagen für Krankheit oder Urlaub gedeckt werden.
Je nach Bundesland und Kommune können zusätzlich Pauschalen für Sachkosten, Mietzuschüsse oder Beiträge zur Unfallversicherung gewährt werden. Diese Beträge sind teilweise steuerfrei, wenn sie direkt vom Jugendamt gezahlt werden.
Welche Faktoren beeinflussen das Gehalt?
Das Gehalt einer Tagesmutter ist von vielen Komponenten abhängig. Neben dem Standort spielt die Anzahl der betreuten Kinder eine zentrale Rolle. Gesetzlich erlaubt ist in der Regel die gleichzeitige Betreuung von maximal fünf Kindern. Eine Betreuung in Vollzeit ermöglicht daher den höchsten Verdienst.
Auch die Betreuungszeiten sind entscheidend. Wer Kinder ganztägig betreut, kann höhere Pauschalen berechnen als jemand, der nur halbtags arbeitet. Zudem unterscheidet sich der Verdienst je nach Qualifikation.
Eine zertifizierte Tagesmutter mit umfassender Ausbildung wird häufig höher vergütet als eine Neueinsteigerin ohne pädagogischen Hintergrund.
Ein weiterer Aspekt ist die Art der Abrechnung. Manche Tagesmütter arbeiten freiberuflich und stellen Rechnungen direkt an die Eltern. Andere sind über das Jugendamt vermittelt und erhalten monatliche Zahlungen basierend auf den Stundensätzen und Pauschalen der jeweiligen Kommune.
Wie verändert sich das Gehalt mit der Berufserfahrung?
Berufserfahrung kann sich direkt auf das Einkommen auswirken. Erfahrene Tagesmütter kennen nicht nur die Bedürfnisse der Kinder besser, sondern auch die Anforderungen der Eltern. Sie haben meist ein gut funktionierendes Netzwerk, sind im Umgang mit Behörden geübt und können ihre Leistungen besser vermarkten.
Zudem honorieren einige Jugendämter eine langjährige Tätigkeit durch höhere Pauschalen oder bevorzugte Vermittlung. Auch Eltern vertrauen häufiger auf erfahrene Betreuungspersonen. Das kann sich positiv auf die Auslastung und damit auf das monatliche Einkommen auswirken.
Fortbildungen und Zusatzqualifikationen steigern zusätzlich die Attraktivität. Wer beispielsweise einen Erste-Hilfe-Kurs für Kinder, eine Schulung zur Sprachförderung oder pädagogische Zusatzangebote vorweisen kann, hebt sich von anderen Bewerberinnen ab und kann seine Dienste entsprechend teurer anbieten.
Unterschiede im Gehalt nach Bundesland
Je nach Bundesland unterscheidet sich der Verdienst deutlich. Die Finanzierung der Kindertagespflege ist in Deutschland Ländersache. Während in Baden-Württemberg oder Bayern vergleichsweise hohe Pauschalen gezahlt werden, liegen diese in anderen Bundesländern teils deutlich niedriger.
Auch innerhalb eines Bundeslands kann es Unterschiede geben. Städte mit höheren Lebenshaltungskosten zahlen meist höhere Vergütungen als ländliche Regionen. Diese Unterschiede betreffen nicht nur den Stundensatz, sondern auch Zusatzleistungen wie Mietzuschüsse oder Ausgleichszahlungen bei Krankheit.
Es lohnt sich, vor der Tätigkeit als Tagesmutter genaue Informationen beim örtlichen Jugendamt einzuholen. Dort erfährt man, wie hoch die aktuelle Förderung ist, ob Sachkostenzuschüsse gezahlt werden und wie die Zahlung der Beiträge zur Unfallversicherung geregelt ist.
Was verdient man als Tagesmutter im Nebenerwerb?
Viele Tagesmütter beginnen nebenberuflich, um erste Erfahrungen zu sammeln. Wer nur ein oder zwei Kinder für wenige Stunden pro Woche betreut, erzielt naturgemäß ein geringeres Einkommen. Dennoch kann sich die Tätigkeit lohnen, besonders für Eltern in Elternzeit oder Menschen mit einem pädagogischen Hintergrund.
Auch im Nebenerwerb gelten die gesetzlichen Regelungen zur Pflegeerlaubnis und zur Qualifizierung. Der Unterschied liegt im zeitlichen Umfang und damit in der Höhe des Einkommens. Wer nebenbei etwa zwei Kinder an drei Nachmittagen pro Woche betreut, kann mit einem monatlichen Bruttobetrag von etwa 400 bis 700 Euro rechnen.
Diese Tätigkeit ist meist steuerfrei, solange die Zahlungen direkt vom Jugendamt erfolgen und bestimmte Freibeträge nicht überschritten werden. Dennoch sollten auch nebenberuflich tätige Tagesmütter eine Absicherung bei Unfall oder Krankheit überdenken.
Selbstständigkeit und Anmeldung als Tagesmutter
Tagesmütter arbeiten häufig auf freiberuflicher Basis. Die Anmeldung beim Finanzamt erfolgt meist als Freiberufler, nicht als Gewerbetreibende. Ein Gewerbe muss nur angemeldet werden, wenn zusätzliche Dienstleistungen oder Verkäufe stattfinden, etwa Verpflegung gegen gesonderte Bezahlung.
Die Anmeldung sollte frühzeitig erfolgen, ebenso wie die Klärung der Steuerpflicht. Einnahmen aus der Kindertagespflege sind in vielen Fällen steuerfrei, wenn sie unterhalb bestimmter Pauschalen liegen. Wichtig ist die lückenlose Dokumentation aller Einnahmen und Ausgaben.
Eine gute Beratung durch das Jugendamt oder eine Steuerfachkraft ist empfehlenswert. Auch Fragen zur Altersvorsorge, zur Krankenversicherung und zur sozialen Absicherung sollten frühzeitig geklärt werden.
Welche Qualifikationen braucht man?
Eine gesetzliche Voraussetzung für die Tätigkeit als Tagesmutter ist eine gültige Pflegeerlaubnis. Diese wird nur erteilt, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind.
Dazu gehören ein polizeiliches Führungszeugnis, ein Gesundheitszeugnis, ein Erste-Hilfe-Kurs am Kind und eine abgeschlossene Grundqualifikation.
Die Grundqualifikation umfasst meist mindestens 160 Unterrichtsstunden und endet mit einer Zertifizierung. Diese Qualifizierung stellt sicher, dass die Tagesmutter kindgerecht betreuen kann und pädagogisches Basiswissen besitzt.
In vielen Kommunen werden darüber hinaus regelmäßige Fortbildungen erwartet. Wer auf dem neuesten Stand bleibt, zeigt Engagement und verbessert gleichzeitig die Qualität der eigenen Betreuung.
Was verdient man als Tagesmutter und wie setzt sich die Vergütung zusammen?
Die Vergütung besteht aus mehreren Bestandteilen. Die Grundvergütung richtet sich nach dem Stundensatz pro betreutem Kind. Dazu kommen Pauschalen für Sachkosten, etwa für Spielmaterial, Bastelzubehör oder Reinigungsmittel. In manchen Regionen werden auch Heizkosten oder anteilige Miete übernommen.
Zusätzlich können Zuschläge für besondere Anforderungen gezahlt werden, zum Beispiel für die Betreuung von Kindern mit Behinderung oder für verlängerte Betreuungszeiten. Auch Krankheitsvertretungen oder Urlaubszeiten können in Einzelfällen anteilig vergütet werden.
Nicht vergessen werden dürfen Beiträge zur Unfallversicherung oder Altersvorsorge, die in vielen Fällen teilweise oder ganz vom Jugendamt erstattet werden.
Gibt es Unterschiede zwischen Tagesmüttern und Tagesvätern?
Inhaltlich gibt es keine Unterschiede zwischen Tagesmüttern und Tagesvätern. Beide betreuen Kinder im Rahmen der Kindertagespflege, haben die gleiche Verantwortung und unterliegen denselben gesetzlichen Vorgaben.
Auch beim Einkommen gilt: Was verdient man als Tagesmutter? ist identisch mit der Frage zum Verdienst eines Tagesvaters. Unterschiede ergeben sich höchstens aus persönlichen Umständen, etwa der Nachfrage im Umfeld oder der beruflichen Vorqualifikation.
Da Tagesväter nach wie vor seltener sind, können sie mitunter leichter Eltern von sich überzeugen. Dennoch sollten sie ebenfalls alle erforderlichen Qualifikationen nachweisen und eine Pflegeerlaubnis besitzen.
Fazit: Was verdient man als Tagesmutter?
Die Frage „Was verdient man als Tagesmutter?“ lässt sich nicht in einem Satz beantworten. Das Einkommen hängt von zahlreichen Faktoren ab, darunter Region, Betreuungsumfang, Qualifikation und berufliche Erfahrung.
Wer fünf Kinder in Vollzeit betreut, kann ein monatliches Bruttoeinkommen von mehreren Tausend Euro erzielen. Abgezogen werden davon allerdings Kosten für Material, Versicherungen und Rücklagen.
Die Tätigkeit ist anspruchsvoll, aber auch erfüllend. Tagespflegepersonen übernehmen eine zentrale Rolle in der frühkindlichen Betreuung und Bildung.
Wer diesen Weg einschlagen möchte, sollte sich umfassend informieren, sorgfältig planen und sich beim Jugendamt beraten lassen. Mit der richtigen Vorbereitung kann die Arbeit als Tagesmutter oder Tagesvater nicht nur eine gesellschaftlich wertvolle, sondern auch wirtschaftlich tragfähige Tätigkeit sein.
FAQs: Was verdient man als Tagesmutter? Ihre meistgestellten Fragen beantwortet
Wie viel verdient eine Tagesmutter netto?
Das Nettoeinkommen einer Tagesmutter hängt stark von der individuellen Situation ab. Entscheidend sind unter anderem die Anzahl der betreuten Kinder, die vereinbarten Betreuungszeiten, die Höhe der laufenden Geldleistung sowie die persönlichen Abgaben für Krankenversicherung, Altersvorsorge und Rücklagen. In vielen Fällen gelten Teile der Einnahmen als steuerfrei, insbesondere die Sachkostenpauschalen und bestimmte Förderleistungen des Jugendamtes.
Netto bleiben häufig zwischen 1.500 und 2.500 Euro im Monat übrig, wenn mehrere Kinder regelmäßig betreut werden. Wer nur wenige Stunden oder weniger Kinder betreut, liegt entsprechend darunter. Wichtig ist, dass Tagesmütter ihre Ausgaben realistisch kalkulieren, da sie in der Regel selbstständig tätig sind und für ihre Absicherung eigenverantwortlich sorgen müssen.
Wie viel zahlt das Jugendamt für eine Tagesmutter?
- Die Zahlung erfolgt meist als laufende Geldleistung pro betreutem Kind und Betreuungsstunde
- Der Betrag unterscheidet sich je nach Kommune und Bundesland
- Häufig liegt der Stundensatz zwischen fünf und acht Euro pro Kind
- Zusätzlich werden Sachkostenpauschalen gezahlt, zum Beispiel für Verpflegung und Material
- Beiträge zur Unfallversicherung und Altersvorsorge können ganz oder teilweise übernommen werden
- Die Auszahlung erfolgt monatlich direkt an die Tagesmutter
Wie viel verdient eine Tagesmutter mit 5 Kindern?
| Betreuungsumfang | Stundensatz pro Kind | Monatlicher Bruttobetrag |
|---|---|---|
| 30 Stunden pro Woche | 5,50 Euro | ca. 3.300 Euro |
| 35 Stunden pro Woche | 6,50 Euro | ca. 4.550 Euro |
| 40 Stunden pro Woche | 7,50 Euro | ca. 6.000 Euro |
Die tatsächlichen Einnahmen können je nach Region und Zusatzleistungen höher oder niedriger ausfallen. Vom Bruttobetrag müssen noch laufende Kosten, Versicherungen und Rücklagen abgezogen werden.
Wie viel darf ich als Tagesmutter verlangen?
Wie viel eine Tagesmutter verlangen darf, ist nicht frei festlegbar, wenn die Betreuung über das Jugendamt läuft. In diesem Fall gelten die vorgegebenen Stundensätze und Pauschalen der jeweiligen Kommune. Bei einer privaten Betreuung ohne Förderung durch das Jugendamt können Tagesmütter ihre Preise grundsätzlich selbst festlegen.
Dabei sollten sie sich jedoch am regional üblichen Niveau orientieren, um konkurrenzfähig zu bleiben. Der verlangte Betrag sollte die eigene Qualifikation, den zeitlichen Aufwand und die laufenden Kosten realistisch widerspiegeln. Eine transparente Absprache mit den Eltern schafft Klarheit und vermeidet spätere Konflikte.











