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E-Mail-Marketing: So werden Newsletter effektiv und rechtssicher erstellt

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© beermedia – Fotolia.com

Auch wenn es nun im Internet durch Facebook oder YouTube zu noch mehr Möglichkeit gekommen ist, so ist der Newsletter dennoch ein sehr effektives Mittel für das Marketing.

Das setzt allerdings voraus, dass dieser Newsletter effektiv gestaltet ist.

Darüber hinaus ist es im Zeitalter der Abmahnung auch wichtig, die rechtlichen Aspekte im Auge zu behalten. Es gibt ein paar Grundsätze, die besonders in rechtlicher Hinsicht beachtet werden sollten. Nur so lassen sich Abmahnungen und daraus resultierende Schwierigkeiten vermeiden.

Nummer 1: Double-Optin – Nur mit Einwilligung erfolgt die Eintragung in Newsletter

Das Double-Optin-Verfahren ist in Deutschland bei der bei E-Mail-Werbung und Newslettern sehr wichtig. Entsprechend des Verfahrens, muss der Endverbraucher der Kontaktaufnahme per E-Mail einwilligen. Und das auf eine sehr ausdrückliche Weise.

Ist dies nicht der Fall, so kann sich der Unternehmer wettbewerbswidrig verhalten, sofern dennoch eine unerlaubte Kontaktaufnahme erfolgt. In diesem Fall ist mit einer Abmahnung zu rechnen. Bereits der einmalige Versand einer E-Mail ist von diesem Rechtsgrundsatz betroffen. Zum Vergleich: BGH (Az.: I ZR 218/07).

Durch die Gerichte wird das Double-Optin-Verfahren verlangt. Dazu muss der Einwilligende noch einmal die eigentliche Einwilligung per gesonderter E-Mail bestätigen. Erst danach darf der Versand von Newslettern an Neukunden erfolgen.

Klingt alles ein wenig kompliziert, ist aber wichtig, damit auch wirklich der Verbraucher seine Einwilligung erklärt und diese nicht von einem Dritten stammen kann. Und moderne E-Mail-Marketing System, wie unser Lead-Motor, nutzen das Double-Optin-Verfahren von Haus aus und machen die Integration durch den Anwender leicht.

Nummer 2: Die Einwilligung genau protokollieren

Um möglichen Ärger zu vermeiden, sollte die Einwilligung des Empfängers auch wirklich protokolliert werden. Mit einem solchen Nachweis kann bei Abmahnungen oder auch gerichtlichen Streitigkeiten entsprechend gehandelt werden.

Man sollte sich aber nicht nur auf das Double-Optin verlassen . In einem Rechtstreit haben nur Fakten eine Beweiskraft. Es muss also das Double-Optin-Verfahren an sich und der Klick des Empfängers auf den Link der Bestätigungsmail aufbewahrt bzw. nachgewiesen werden können.

Viele Unternehmen, die Werbemails versenden, sind sich dieser wichtigen Schritte nicht bewusst. Kommt es dann zu einer Abmahnung, ist es meist schon zu spät. Aus diesem Grund sollte bereits von Anfang an, entsprechend alles protokolliert werden. Sicher ist sicher.

Und auch hier: Der Lead-Motor z.B. macht das automatisch für Sie.

Nummer 3: So wenig wie möglich, so viel wie nötig

Die Datensicherheit spielt auch beim Versenden der Newsletter eine wichtige Rolle. So sollten Sie als E-Mail-Versender bei der Anmeldung nicht zu viele Daten vom Kunden erfahren wollen.

Damit der Newsletter angefordert werden kann, reicht es im Grunde, wenn nur die E-Mail-Adresse eingegeben wird.

Müssen Sie dennoch weitere Daten abfragen, weil z.B. Ihre Dienstleistung dies erfordert, so gehen Sie immer nach der Devise vor: So wenig wie möglich, so viel wie nötig.

Nummer 4: Abbestellung muss jederzeit möglich sein!

Der Verbraucher muss zu jedem Zeitpunkt die Möglichkeit haben, die E-Mails wieder abbestellen zu können!

Dieser Aufwand muss nicht besonders groß sein. Es reicht durchaus ein Link am Ende der Mail, der dann die Abbestellung veranlasst. Weiterhin muss auch die Möglichkeit gegeben werden, dass sich der Verbraucher auf verschiedene Kommunikationswege (Mail, Telefon etc.) an den Werbetreibenden wenden kann, um die Austragung aus dem Verteiler zu veranlassen. Hier kommt den Impressumsangaben in den versendeten Mails eine besondere Rolle zu…

Nummer 5: Bestandskunden und die Newsletter

Manchmal werden Newsletter ja nicht an neue, sondern an Bestandkunden verschickt.  In diesem Fall sieht es alles ein wenig anders aus. Damit die Newsletter auch ohne Einwilligung der Kunden verschickt werden können, müssen die Voraussetzungen nach des § 7 Abs.3 UWG eingehalten werden. Demnach ist eine Zusendung nur dann zulässig, wenn:

  1. ein Unternehmer im Zusammenhang mit dem Verkauf einer Ware oder Dienstleistung von dem Kunden dessen elektronische Postadresse erhalten hat,
  2. der Unternehmer die Adresse zur Direktwerbung für eigene ähnliche Waren oder Dienstleistungen verwendet,
  3. der Kunde der Verwendung nicht widersprochen hat und
  4. der Kunde bei Erhebung der Adresse und bei jeder Verwendung klar und deutlich darauf hingewiesen wird, dass er der Verwendung jederzeit widersprechen kann, ohne dass hierfür andere als die Übermittlungskosten nach den Basistarifen entstehen.

(Quelle: http://www.gesetze-im-internet.de)

Wer aber dennoch auf Nummer sicher gehen möchte, sollte sich eine Einwilligung für E-Mail-Werbung auch von bestehenden Kunden einholen. Dies kann bereits zu Beginn der Geschäftsbeziehung durch einfach zu setzende Häkchen im Bestellprozess beispielsweise erfolgen.

Nummer 6: Verwendete Bilder und Nutzungsrechte

Bilder sind schon vielen Unternehmen zum Verhängnis  geworden. Dabei werden Produktfotos oder andere Bilder sehr gerne genutzt, um die Waren einfach besser zu beschreiben oder effektiver ins rechte Licht zu rücken.

Es dürfen aber immer nur Bilder oder Fotos verwendet werden, wenn für die Nutzung auch der Urheber das entsprechende Nutzungsrecht eingeräumt hat. Zum Vergleich: § 31 UrhG.

Besonders bei Bildern mit einer Creative Commons Lizenz muss darauf geachtet werden, dass die Nutzung auch für den gewerblichen Zweck erlaubt ist.

Nummer 7: Konkrete Angaben sind Pflicht!

In einem Newsletter müssen entsprechende Angaben, sofern sie vorhanden sind, auch der Wahrheit entsprechen. Dies resultiert schon aus der Preisangabenverordnung. Auf diese Weise wird eine sachlich zutreffende und vollständige Preiswahrheit und Preisklarheit gewährleistet.

So muss also jemand in seinem Newsletter genau so wahrheitsgemäße Angaben zu seinen Produkten machen, wie beispielsweise in einem Online-Shop. Zum Vergleich: §1 Abs. 2 PAngV.

Darüber hinaus muss auch aufgeführt werden, wenn beispielsweise Liefer- und Versandkosten zusätzlich anfallen. Und auch die gesetzliche Mehrwertsteuer muss erwähnt werden.

Auf diese Weise kann der Verbraucher die einzelnen Preise der verschiedenen Online-Anbieter viel einfacher und effektiver vergleichen.

Nummer 8: Das Impressum darf nicht fehlen

Auch in einem Newsletter ist ein Impressum Pflicht (siehe oben). Dies liegt daran, weil es sich hierbei um einen Telemediendienst handelt. Gem. § 5 TMG muss auch in einem E-Mail-Newsletter der Name und die Anschrift vorhanden sein. Für eine schnelle elektronische Kontaktaufnahme muss zudem auch die E-Mail-Adresse zur Verfügung gestellt werden.

In diesem Fall wurde bereits ein Urteil des OLG München gesprochen. Demnach ist es auch ausreichend, wenn das Impressum mit zwei Klicks erreicht werden kann. Somit genügt ein entsprechender Link im Newsletter, der dann auf das Impressum der jeweiligen Firmenseite führt. Zum Vergleich: OLG München (Az.: 29 U 2681/03).

Einen Newsletter schreiben ist sicherlich nicht schwer. Ihn dann aber auch rechtssicher zu machen, schon ein wenig mehr. Es gibt also eine Vielzahl an Punkten zu beachten. Entsprechend sorgsam und auch gründlich sollte die Erstellung eines Newsletters erfolgen. Nur auf diese Weise lassen sich rechtliche Konsequenzen vermeiden.

Gordon Kuckluck

Initiator von GeldSchritte.de, Online-Marketer mit Leib und Seele, vor allem den Bereichen Landingpages, Conversionoptimierung und E-Mail-Marketing verschrieben, stets an der Schnittstelle von Offline- zu Online-Business.
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Gordon Kuckluck

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