Crazy Egg – Eye Tracking mit einem verrückten Ei?!

Hast du schonmal von Crazy Egg (zu deutsch: „Verrücktes Ei“) gehört?

Nein?

Ich bis vor kurzem auch nicht. Und ganz ehrlich: Was der Name mit dem Dienst dahinter zu tun hat, hat sich mir noch nicht erschlossen.

Crazy Egg ist nämlich ein Eye Tracking Tool, dass sogenannte Heatmaps (und mehr, siehe unten) erzeugt.

Und jetzt nochmal auf deutsch: Das „Verrückte Ei“ ist ein Augenbewegungsmesser, der darauf basierend Landkarten („Hitzebilder“) für die Nutzung des eigenen Blogs oder der eigenen Website erstellt, auf der die beliebtesten Regionen ausgewiesen sind.

Ich möchte dir in diesem Artikel mal Crazy Egg genauer vorstellen, denn ich glaube, dieses Tool hat Potential!

Crazy Egg – Was kann es?

Aufmerksam geworden bin ich auf diesen Dienst, weil ich nach Möglichkeiten gesucht habe, meine Verkaufsseite zum Headway 3 Online-Video-Kurs zu optimieren. 

Mit Crazy Egg kann man quasi auf einen Blick sehen, welche Bereiche der eigenen Seite oder des eigenen Blogs „beliebt“ sind und welche nicht beachtet werden.

Dazu bietet der Dienst insgesamt 4 Tools an:

  • Heatmap
    Grafische Aufbereitung der „Hotspots“ auf der eigenen Seite in Form von „Hitzebildern“.
  • Scrollmap
    Wo wird hingescrollt, wie weit wird gescrollt und wie lange an der jeweiligen Position verharrt?
  • Confetti
    Wohin erfolgen wie viele Klicks und von wem (nahezu pixelgenau)?
  • Overlay
    Welcher Bereich (jetzt nicht mehr pixelgenau, sondern „bereichsgenau“) bekommt wie viele Klicks und von wem?

All das basiert auf Eye Tracking bzw. eigentlich Maus-Tracking. Da davon ausgegangen wird, dass zu nahezu 90% die Mausbewegung mit der Augenbewegung übereinstimmt, spricht man von Eye Tracking. Anders ausgedrückt: Wo die Maus hinzeigt, da ruhen für gewöhnlich auch die Augen.

Google Analytics bietet übrigens einen ähnlichen Dienst, wo man sich auch in Prozenten z.B. anzeigen lassen kann, welcher Bereich der Webseite wie viele Klicks bekommt. Allerdings funktioniert das Tool bei Analytics nicht annähernd so gut und ist nicht mal halb so schick aufbereitet wie bei Crazy Egg…

Crazy Egg – Heatmap

Knöpfen wir uns mal am Beispiel der Startseite des GeldSchritte-Blogs die Heatmap vor.

Man lässt von dem Tool dazu zuerst einen Snapshot oder Screenshot der zu untersuchenden Seite erstellen. Da die Startseite des Blogs immer mal wieder verändert wird (allein schon, wenn neue Artikel folgen), stellt sich mir hier natürlich noch die Frage, in wie weit es sinnvoll ist die Startseite eines Blogs zu untersuchen. 

Allerdings kann man auch immer wieder den Snapshot aktualisieren.

Vor einigen Tagen habe ich mal so einen Snapshot der Startseite des GeldSchritte-Blogs erstellen lassen und werfe jetzt mal gemeinsam mit dir einen Blick auf die Heatmap:

Crazy Egg Heatmap von GeldSchritte.de

Sofort fällt durch die grafische Aufbereitung auf:

Die meisten Mäuse (und damit Augen) ruhen auf dem Video, dicht gefolgt dann von dem Optin-Formular, dem „Produkte“-Link in der Navigationsleiste und auch der Hello Bar ganz oben.

Interessant ist aber auch, wie viele sich das Impressum anschauen oder links neben dem Video ihre Maus halten (eventuell, während sie sich das Video ansehen?).

Im Grunde lässt sich hier aber doch erstmal festhalten, dass genau das passiert, was ich möchte: Die Besucher schauen sich das Video an und wenden dann ihre Aufmerksamkeit dem Optin-Formular in der Sidebar zu. Perfekt!

Crazy Egg – Scrollbar

Anhand der Scrollbar kann man das Scrollverhalten der Nutzer untersuchen und sehen, wie weit gescrollt wird und wo genau verharrt wird.

Der folgende, extrem lange Screenshot zeigt die gesamte Scrollmap. Beim Scrollen im Crazy Egg Account durch diese Scrollmap wandert die Admin-Leiste am oberen Bildschirmrand mit. Leider wird diese im Screenshot immer wieder angezeigt, da der lange Screenshot quasi aus mehreren einzelnen zusammengesetzt wird… sorry dafür, ging nicht anders, aber im Account von Crazy Egg wird das natürlich vernünftig dargestellt!

Crazy Egg Scrollmap von GeldSchritte.de

Die gelben Bereiche sind die beliebtesten Bereiche bzw. die, die am längsten angeschaut wurden, gefolgt von rot, grün bis blau.

Ganz nach unten scrollen also die wenigsten.

Aber interessant ist doch: Die meisten scrollen erstmal gar nicht (sondern schauen sich vermutlich das Video an; zumindest verharren da erstmal die meisten). Dann wird ein Stück nach unten gescrollt, bis die ersten Artikel zu sehen sind – und hier wird wieder verhältnismäßig lange verharrt.

Alles, was danach kommt, ist dann erstmal uninteressanter.

Also es gilt noch immer: Der wichtigste Content sollte „Above the fold“ sein, also sofort zu sehen sein, ohne das viel gescrollt werden muss (am besten natürlich sogar gar nicht)!

Crazy Egg – Confetti

Nahezu pixelgenau kann man sich im Confetti-Modus anschauen, wo die Nutzer hingeklickt haben – und auf Wunsch kann man sogar Unterschiede zwischen Besuchergruppen herausfiltern!

Standardmäßig sind die „Referrer“, also die Verweisseiten eingeblendet, aber man kann auch andere Einstellungen vornehmen.

Wohin klicken die meisten Besucher in Abhängigkeit von der Suchmaschine, über die sie kommen? Oder eben der Verweis-Webseite? Oder des verwendeten Browsers? Oder oder oder…

Crazy Egg Confetti von GeldSchritte.de

Wie man im Screenshot sieht, ist das ganze farbcodiert. Beispielsweise sieht man, dass viele, die von anderen Seiten von GeldSchritte.de selbst kommen (also Unterseiten, wie z.B. einzelnen Artikeln), mit Vorliebe das Video ansehen und sich dann auch in den E-Mail-Verteiler eintragen (oder zumindest erst einmal hinklicken).

Crazy Egg – Overlay

Abschließend ist da noch das Overlay-Tool. Mit seiner Hilfe kann man sich nun „bereichsgenau“ anschauen, wie oft, was angeklickt wird – und auch hier wieder von wem.

Zeigen im Confetti-Modus die einzelnen Punkte nahezu pixelgenau die Klicks an, geht es hier allgemeiner um die Bereiche der Seite, die angeklickt werden. Sozusagen werden hier die einzelnen Confetti-Stücke zu einem größeren Ganzen zusammengefasst 😉

Crazy Egg Overlay von GeldSchritte.de

Auch hier erstmal wieder eine Farbcodierung: Rot = vergleichsweise viele Klicks, blau = wenige.

Beim Video habe ich mal die Details ausgeklappt. Auch hier kann ich mir jetzt alles mögliche wieder anzeigen lassen: Momentan steht es auf Wiederkehrende vs. neue Besucher, aber ich könnte mir auch die Referrer anschauen, den Wochentag, den Browser oder sonst etwas. Beispielsweise sehe ich so, dass freitags und samstags die meisten Klicks auf das Video erfolgen, donnerstags die wenigsten…

Fazit: Crazy Egg – Nur ein „Verrücktes Ei“?

Ich denke Crazy Egg ist mehr, als nur eine verrückte SpielerEI 😉

Ob der Einsatz bei der Startseite eines Blogs viel Sinn macht? Nicht unbedingt…

Zumindest habe ich so meine Schwierigkeiten beim Interpretieren der Ergebnisse an der Blog-Startseite, u.a. auch, weil sie sich oft bei neuen Artikeln verändert.

Bei statischen Seiten (z.B. der Verkaufsseite zum Headway-Kurs), macht das Tool aber schon durchaus Sinn! Insbesondere, wenn man einen Snapshot einige Tage lang Daten sammeln lässt, dann etwas ändert und neue Daten erhebt. So kann man vergleichen und herausfinden, welche Version der Verkaufsseite besser funktioniert. Crazy Egg hat daran gedacht und bringt eine entsprechende Möglichkeit neue Versionen der gleichen Seite zu testen gleich mit.

Dennoch: So, ohne Splittest, habe ich Probleme mit den Daten etwas anzufangen. Man braucht ohne Zweifel ein ganz bestimmtes Ziel im Hinterkopf. Es braucht einen klaren Call to Action, wenn jemand die zu untersuchende Seite besucht.

Im Falle des GeldSchritte-Blogs ist der gewünschte Call to Action: Video anschauen und dann in den Verteiler eintragen. Das scheint erstmal gut zu klappen, allerdings sind auf der Blog-Startseite logischerweise viele, viele Ablenkungen.

Auch wenn vergleichsweise viele Klicks auf das Video und das Optin-Formular erfolgen, sind es an schierer Menge nur wenige (z.B. in 5 Tagen 31 Klicks auf das Video…), da es einfach zu viele andere „Klick-Möglichkeiten“ gibt.

Eine klarere Landingpage, ohne große Ablenkung und diesem Call to Action würde sicher eine deutlich bessere Conversionrate bringen!

Man sieht also:

  1. Man muss wissen, was man mit der eigenen Seite, die man mit Crazy Egg untersucht, erreichen will. Was soll ein Besucher, der die Seite aufruft idealerweise tun?
  2. Man muss im Grunde mehrere Versionen gegeneinander testen, um herauszufinden, wie man am besten die Aufmerksamkeit der Besucher auf den gewünschten Call to Action fokussieren kann. Bei einer Version allein, fällt der Vergleich und damit die Interpretation der Daten schwer bzw. ist schlicht unmöglich.
  3. Mit diesen Überlegungen im Hinterkopf, macht Crazy Egg meiner Meinung nach am meisten Sinn bei: Verkaufsseiten, „reinen“ Optin-Seiten oder anderen Landingpages. Also alles Seiten, die ein konkretes Handlungsziel des Besuchers haben.
    Bei einer Blog-Startseite bin ich froh, wenn die Besucher z.B. irgendeinen Artikel öffnen und lesen, welcher genau, ist erstmal egal: Die Besucher sollen bleiben und sich von der Qualität und dem Mehrwert meines Blogs überzeugen – dazu sollte idealerweise jeder beliebige Artikel beitragen (können) 😉

Crazy Egg ist nicht kostenlos und nur auf englisch zu nutzen. Der Preis beträgt 9 Dollar monatlich in der Basic-Version (die meiner Meinung nach aber erstmal völlig ausreicht). Achtung: Es wird jährlich abgebucht, also auf einen Schlag 108 Dollar! (Keine Affiliatelinks, da es kein Affiliateprogramm gibt! Ich verdiene an dieser Empfehlung also nichts.)

Eigentlich ist das nicht viel und daher durchaus eine Überlegung wert. Gerade, wenn einem das Tool hilft seine Verkäufe zu optimieren (eher noch: zu maximieren!), dann hat man diese geringe Ausgabe schnell durch Verkäufe wieder drin!

Wie auch immer, bei jeder Version hat man die Möglichkeit das Tool 30 Tage lang uneingeschränkt und kostenlos zu testen. In dieser Testphase befinde ich mich derzeit auch noch und werde mich in einigen Tagen entscheiden, ob ich das Geld investieren will oder nicht.

Mich würde natürlich interessieren: Setzt du schon Crazy Egg ein? Oder nutzt du ein vergleichbares Tool? Wie wertest du die Daten aus diesem Tool aus?

Würde mich auf einen Austausch mit dir freuen – schreib mir einfach einen Kommentar! 🙂

Gordon Kuckluck

Initiator von GeldSchritte.de, Online-Marketer mit Leib und Seele, vor allem den Bereichen Landingpages, Conversionoptimierung und E-Mail-Marketing verschrieben, stets an der Schnittstelle von Offline- zu Online-Business.
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Gordon Kuckluck

Initiator von GeldSchritte.de, Online-Marketer mit Leib und Seele, vor allem den Bereichen Landingpages, Conversionoptimierung und E-Mail-Marketing verschrieben, stets an der Schnittstelle von Offline- zu Online-Business.

6 Comments

  • Andreas

    25. April 2012

    Hallo Gordon,

    sehr interessantes Tool. Ich hatte vor Ewigkeiten einmal Clickheat getestet (http://www.labsmedia.com/clickheat/index.html), was aber nur eine Heatmap erzeugt.

    Trotzdem zum Testen evtl. ganz brauchbar, wenn man nicht gleich die 108$ ausgeben möchte.

    Viele Grüße

  • Ulrich

    27. April 2012

    Über die Auswertung mit diesem Tool habe ich auch schon an anderer Stelle gelesen und ich denke auch das es für das optimieren bei einer Landingpage sehr gute Dienste leisten kann.

    Aber in vereinfachter Form bekommt man das ganze auch in Analytics hin, wobei dieses Tool natürlich bessere Funktionen bietet.

    Ich denke der Preis ist gerecht, wenn man Rechnet das eine Optimierung die Conversion anheben kann und man dadurch mehr verdient!

  • Christian

    29. Oktober 2012

    Gute Übersicht! Vielen Dank! Eine Frage:
    Vielleicht habe ich es ja auch übersehen, wie viele Seiten kann man analysieren? Ist es möglich, die Startseite und mehrere Unter-, bzw. Artikelseiten parallel mit dem Code-Schnipsel zu bestücken, oder lässt die Software nur die Analyse von insgesamt einer Seite zu?

    • Gordon Kuckluck

      29. Oktober 2012

      Nein, alle möglichen Unterseiten gehen auch.

  • Veronika

    10. Februar 2013

    Unglaublich effektives Cookie. Gerade die Auswertung der Heatmap ist ja enorm hilfreich. Das gute Ei wird auch bald bei mir seinen Einsatz finden.