E-Mail-Marketing mit AWeber – Ein Review

Im heutigen Artikel der kleinen E-Mail-Marketing Anbieter Serie wollen wir uns dem ersten englischsprachigen Dienst im Vergleichsfeld zuwenden: AWeber.

Dieser Artikel ist Teil einer Artikel-Serie über vier Anbieter im Bereich E-Mail-Marketing:

AWeber – Der Marktführer

AWeber ist (wie man hört) wohl der weltweit meistgenutzte Mailservice. Allerdings gibt es eine Einschränkung, die man vorab erwähnen sollte: AWeber ist englischsprachig – komplett! Und damit scheidet er für viele deutschsprachige Nutzer bereits sofort aus…

Benutzerführung / Bedienung:

AWeber bietet ein ansprechendes, wenn auch recht schlichtes Design, das nicht nur nett aussieht, sondern auch einfach und schnell zu bedienen ist. Wieder ist es der obere Bereich, in dem man alle wichtigen Navigationspunkte findet.

AWeber Navigation

Ich fand die Bedienung bei AWeber immer sehr, sehr intuitiv, klar und verständlich. Ich habe mich immer wohl gefühlt und wusste immer „wo es lang“ geht.

Besondere Funktionen:

AWeber bietet im Grunde alles, was das Herz begehrt und ist dabei stets auf der Höhe der Zeit. Insofern fällt mir jetzt selbst schwer gemäß meiner Definition von „besondere Funktionen“ etwas zu erwähnen… richtiggehend innovative Ideen, die es so nirgendwo anders gibt (wie bei Klick-Tipp zum Beispiel), fallen mir nicht ein, aber als Kunde von AWeber hat man immer das Gefühl am Strom der Zeit zu sein und gewisse Funktionen vor allen anderen zu bekommen (zum Beispiel die Integration der sozialen Netzwerke fällt mir da ein).

Support:

Der Support bei AWeber erfolgt per Mail oder – noch besser – per Live-Chat. Schnelleren Support kann es eigentlich nicht geben, da man eben live mit einem Support-Mitarbeiter chatten kann. AWeber ruft auf Wunsch auch telefonisch an, allerdings hatte das damals bei mir (vielleicht weil ich aus Deutschland bin?) nicht funktioniert (wir hatten das damals aber auch nicht weiter versucht, weil mir das Chatten lieber war – so konnte ich meine englischen Sätze in Ruhe formulieren ;)).

Ärgerlich ist nur die Zeitverschiebung. Von Montag bis Freitag ist der Support von 8 bis 20 Uhr erreichbar – nach amerikanischer Zeit. Nach unserer Zeit ist der Live-Chat dann ab ca. 14 oder 15 Uhr erreichbar (je nachdem, ob Sommer- oder Winterzeit bei uns ist). So gesehen sind einem manchmal vormittags ein wenig die Hände gebunden, während man eigentlich schon produktiv arbeiten könnte und man nur auf den Support wartet…

Sonstiges:

AWeber bietet einen eigenen Blog, eine „Knowledge Base“ (Tutorials zur Nutzung von AWeber), Video-Anleitungen und sogar kostenlose Webinare. Außerdem gibt es regelmäßig Tipps und Tricks oder Hinweise auf Neuerungen per E-Mail. So ist man rundherum super versorgt und wieder taucht das Gefühl auf, einfach am Puls der Zeit zu sein 😉

Preis:

Will man AWeber nutzen, dann braucht man zwingend eine Kreditkarte. Ohne geht es nicht. Für 1 Dollar kann man den ersten Monat starten und hat 30 Tage eine Geld zurück Garantie. So kann man AWeber ausführlich testen.

Danach kostet AWeber dann 19 Dollar (ca. 14€) bei bis zu 500 E-Mail-Adressen und unbegrenzten E-Mails, die man versenden kann. Für bis zu 2.500 Empfänger zahlt man 29 Dollar (ca. 21€). Im Vergleich zu Klick-Tipp: Bei bis zu 10.000 Empfängern zahlt man bei Klick-Tipp maximal 47€, bei AWeber 69 Dollar (ca. 50€). Hier tut sich also nicht viel. Doch ist AWeber für kleinere Listen durch die Preis-Staffelung attraktiver als Klick-Tipp ohne eine solche Staffelung.

Kritik:

Vier große Kritikpunkte habe ich gefunden:

Zunächst mal zählt AWeber dummerweise alle E-Mail-Adressen zusammen, die jemals in deine Liste(n) eingetragen waren. Das bedeutet: Wenn du nicht von Hand regelmäßig die Adressen löschst, die sich aus deiner Liste ausgetragen haben, dann zählen diese Adressen mit.

Beispiel:
Wie oben erwähnt, zahlst du für bis zu 500 Empfänger 19 Dollar. Hast du jetzt 460 aktive Empfänger und 100 Personen, die sich ausgetragen haben, dann zählen diese 100 mit. Somit sind 560 Personen in deiner Liste und du würdest statt 19 Dollar 29 Dollar im Monat zahlen.

Wie gesagt, kann man das durch regelmäßiges, manuelles Löschen solche „Grenzfälle“ verhindern. Aber komisch und ärgerlich ist das vonseiten AWebers schon…

Der zweite Punkt betrifft die englische Sprache. Denn bei AWeber ist nicht nur das Backend englisch, sondern auch die Bestätigungsmail. Diese kann man zwar bearbeiten, aber nur begrenzt: Ein bestimmter Text-Block ist und bleibt von AWeber vorgegeben und kann nicht ins Deutsche übersetzt werden.

Trotz vieler Meinungen, die ich gehört habe, dass das die Bestätigungsrate deutlich senken würde, kann ich das nicht feststellen. Seit einigen Monaten nutze ich jetzt den deutschen Anbieter Klick-Tipp und konnte keinen Unterschied bei der Bestätigungsrate im Vergleich zu vorher, als ich bei AWeber war, feststellen. Insofern ist dieser Punkt eventuell verschmerzbar.

Einen Punkt gibt es noch: Die Betreffzeile der Bestätigungsmail muss vor der Freischaltung von AWeber überprüft und genehmigt werden. Das kostet erstens Zeit und zweitens werden manchmal (ich habe den Eindruck: je nach Support-Mitarbeiter) Betreffzeilen abgelehnt, die für andere Listen jedoch genehmigt wurden. Ärgerlich.

Und schließlich hat AWeber als englischsprachiger Anbieter Probleme mit deutschen Umlauten. Im Betreff der Bestätigungsmail kann man das umgehen, in dem man den HTML-Code für den jeweiligen Umlaut verwendet (zum Beispiel Ä für Ä). Aber wenn man die Namen der Interessenten mit erfasst und jemand „Jürgen“ heisst, dann wird dieses „ü“ im Namen bei automatischer Personalisierung der E-Mails nicht korrekt dargestellt.

Es ist schade, dass diese Punkte immer noch nach vielen Monaten (Jahren?) existieren und AWeber offenbar keinen Grund sieht nachzubessern.

Zusammenfassung:

Pro:

  • Umfassende Funktionen, die praktisch keine Wünsche offen lassen und
  • stets am „Puls der Zeit“
  • Umfassender Support (Videos, Blog, Webinare, Live-Chat…)

Contra:

  • Komplett englisch
  • Alle E-Mail-Adressen werden gezählt und man zahlt auch für ausgetragene Adressen, wenn man sie nicht manuell löscht
  • Bestätigungsmail-Betreff muss immer erst freigeschaltet werden, was wegen der Zeitverschiebung zu Verzögerungen führen kann
  • Deutsche Umlaute werden nicht unterstützt

Zu AWeber

Gordon Kuckluck

Initiator von GeldSchritte.de, Online-Marketer mit Leib und Seele, vor allem den Bereichen Landingpages, Conversionoptimierung und E-Mail-Marketing verschrieben, stets an der Schnittstelle von Offline- zu Online-Business.
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Gordon Kuckluck

Initiator von GeldSchritte.de, Online-Marketer mit Leib und Seele, vor allem den Bereichen Landingpages, Conversionoptimierung und E-Mail-Marketing verschrieben, stets an der Schnittstelle von Offline- zu Online-Business.

11 Comments

  • Konrad

    14. September 2011

    Hallo Gordon,

    Ihre Gegenüberstellungen sind sehr hilfreich!

    Es gibt also wirklich keinen vernünftigen Grund, sich als Deutscher und ohne Englischkenntnisse auf A-Webber zu konzentrieren und sich unter anderem mit der unschönen Umlaute-Problematik und anderen Unzulänglichkeiten abzufinden.

    Es ist unglaublich, wie Sie sich in der relativ kurzen Zeit Ihres Internetmarketing-Daseins in diese doch sehr umfangreiche Materie eingearbeitet haben.

    Das verdient echten Respekt!

    Viel Erfolg und

    Beste Grüße

    Konrad

  • siebzehn

    14. September 2011

    Hallo Gordon,

    werf mal die Suchmaschiene deines Vertrauens an und such mal nach „spielt Aweber jetzt schon Gott“. Frank Bauer dürfte nicht der einzige sein, der die Qualität seines Lieferanten zuspüren bekam.

    Für mich ist sowas ein Nogo. Deshalb betreibe ich auch meinen eigenen Mailserver.

    siebzehn

  • Kirsten

    14. September 2011

    Hallo Gordon,

    wir arbeiten schon seit einigen Jahren sehr zufrieden mit AWeber. Der Service ist hervorragend, die Zustellungsraten der Emails sind ebenfalls hervorragend.
    Das einzige, was ich auch zu bemängeln habe, ist die Sache mit den Umlauten. Das ist bei den Namen schon lästig, denn entweder werden die dann später bei der Anrede nicht richtig dargestellt, oder man muss da händisch nacharbeiten.
    Ich hoffe auch, dass das mal abgestellt wird.
    Ansonsten kann ich AWeber aber reinen Herzens empfehlen – die haben m.E. die längste Erfahrung und arbeiten sehr sicher und souverän.
    Liebe Grüße
    Kirsten

    • Gordon Kuckluck

      14. September 2011

      Ja, wie gesagt, eigentlich war AWeber auch immer „mein kleiner Liebling“; E-Mail-Marketing mit AWeber hat sich immer super „angefühlt“ 😉

      Aber die Nachteile, die mir bei genauerem Hinsehen so aufgefallen sind und die ich teilweise auch gespürt habe… naja, „unter den Teppich kehren“ sollte man die (als deutscher Nutzer!) nicht.

      Allerdings ist KEIN Anbieter PERFEKT, wie ich schon angemerkt habe. Daher gilt den für sich selbst besten zu finden 😉

  • Kirsten

    14. September 2011

    DEN richtigen Autoresponder gibt es wohl nicht. Nur den für jeden einzelnen persönlich richtigen Autoresponder.
    Wir nutzen AWeber sowohl für Deutschland wie auch für den Englisch-sprachigen Markt, deshalb ist das nochmal eine andere Situation.
    Der Einfachheit halber, sammeln wir alle Adressen bei einem Anbieter. Die Überlegung wäre natürlich, mit den deutschen Adressen zu Klick-Tipp zu wechseln. Aber, um ehrlich zu sein, mir fehlt im Augenblick die Zeit (oder auch die Lust, ich geb’s ja zu) 😉
    Hätten wir nur deutsche Kontakte, würde ich wahrscheinlich einen deutschen Anbieter auswählen.

    • Gordon Kuckluck

      14. September 2011

      Also vor dem Hintergrund kann ich die Wahl AWeber durchaus verstehen 😉

  • Christoph Gruhn

    14. September 2011

    Hallo Gordon,

    ich sag einfach mal danke für die gute Gegenüberstellung der einzelnen Anbieter. Klar muß jeder für sich selbst entscheiden, welcher Dienst der beste ist. Diese Entscheidung kann und wird einem niemand abnehmen.

    Gruß
    Christoph