10 Gründe für das Scheitern von Existenzgründern

Viele Existenzgründer scheitern bereits in den ersten Jahren ihrer Selbständigkeit. Das ist eine statistisch belegbare Tatsache.

Nicht nur mangelnde Finanzierung ist das Problem – es gibt vielmehr zahllose Gründe, die zum Scheitern führen können.

Wenn du aber einige der häufigsten Gründe kennst, dann kannst du bereits im Vorfeld viel dafür tun, dass du gar nicht erst in akute Schwierigkeiten kommst.

Die 10 häufigsten Gründe für das Scheitern

1. Zu geringes Eigenkapital

Als Existenzgründer brauchst du einfach finanzielle Mittel. Egal, mit welchem Vorhaben du startest, du hast auf jeden Fall Ausgaben, die du bestreiten musst. Nicht zu vergessen ist natürlich, dass auch der eigene Lebensunterhalts bestritten werden muss…

Auch bei der Beschaffung von Fremdmitteln, müssen trotzdem ein gewisses Eigenkapital und andere Sicherheiten vorhanden sein.

2. Finanzierungsfehler

Gerne werden die zu erwartenden Umsätze zu hoch eingeschätzt. Aber genau so gerne wird zu knapp bei den eigenen Ausgaben kalkuliert.

Das wird besonders dann brenzlig, wenn sich nach kurzer Zeit beispielsweise herausstellt, dass bewilligte Fremdmittel unzureichend sind. Im Nachhinein die bestehenden Kreditlinien ohne weitere Eigenleistungen oder Sicherheiten auszuweiten, gestaltet sich nicht selten als unmöglich.

Wie kannst du am besten vorbeugen?

Plane deine Kreditlinien und -höhen lieber über den tatsächlichen Bedarf hinaus!

3. Fehlende kaufmännische Kenntnisse

Egal wie brilliant die Idee oder auch die Umsetzung der eigenen Geschäftsidee ist – ohne zumindest grundlegende Kenntnisse über betriebswirtschaftliche Zusammenhänge, könnten mögliche Risiken entweder falsch eingeschätzt oder gar nicht erst erkannt werden.

Nicht selten steigen die Fixkosten schneller, als die Umsätze erlauben… Zahlungsverpflichtungen jeglicher Art sollte der Jungunternehmer in jedem Fall gründlich durchkalkulieren, bevor Verträge unterschrieben werden!

4. Mängel im Businessplan

Klar, einen Businessplan erstellt man vornehmlich für zum Beispiel Kreditinstitute, um diese von der eigenen Geschäftsidee zu überzeugen. Risiken werden dabei gerne unter den Teppich gekehrt oder die Erwartungen allzu hoch geschraubt.

Wichtig ist bei der Erstellung eines Businessplans aber auch die Ehrlichkeit sich selbst gegenüber.

Wenn die Geschäfte nicht wie erhofft laufen, dann sollten Businesspläne an die Realitäten angepasst werden.

Es gilt der Grundsatz:
Lieber konservativ planen und im Nachhinein ein vielleicht besseres Ergebnis erzielen, als euphorisch planen und später Probleme zu bekommen.

Sogar Gründer, die über ausreichende eigene Mittel verfügen, sollten einen Businessplan zur Selbstkontrolle und der realistischen Einschätzung des mittel- und langfristigen Kapitalbedarfs erstellen.

5. Markteinschätzung der Geschäftsidee

Eine gute Geschäftsidee allein reicht leider nicht aus, damit der Rubel rollt. Wenn eine Idee richtig greifen soll, dann ist viel Vorarbeit erforderlich.

Ohne Werbemaßnahmen läuft beispielsweise nichts. Und hier müssen längere Vorlaufzeiten (von bis zu 3 Jahren!) einkalkuliert werden.

Mangelndes Marketing gehört zu den Top-Gründen für das Scheitern, weil entweder die Nachfrage über- oder die Konkurrenz unterschätzt wird.

„Die Konkurrenz schläft nicht“ heißt es da nicht umsonst…

6. Familiäres Umfeld

Leider ist ein überdurchschnittlicher Zeiteinsatz in den ersten Monaten oder gar Jahren der Selbständigkeit die Regel. Unbedingter Wille allein reicht da nicht.

Könnte man den Partner oder die Familie frühzeitig mit einbinden und ihre Unterstützung sicherstellen?

Zeitweiliges Zurückstecken lässt sich dann besser verkraften – für alle.

7. Selbstüberschätzung

Begeisterung von der eigenen Geschäftsidee ist gut. Der Glaube daran, dass es funktionieren kann auch.

Doch viele Gründer ohne unternehmerische Erfahrung leben buchstäblich auf Pump. In Erwartung (hoher) zukünftiger Umsätze, geben sie im Hier und Jetzt zu viel aus. Finanzielle Schieflagen sind dabei praktisch vorprogrammiert.

Ausgaben sind nötig, wie schon erwähnt. Aber es muss unterschieden werden zwischen Ausgaben, die wirklich nötig und geschäftsfördernd sind und solchen, die nur dem eigenen Ego dienen.

Ein Auftrag hängt in der Regel nicht davon ab, dass man mit einem möglichst dicken Wagen vorfährt…

8. Streit unter Gründern

Zusammenschlüsse oder gemeinsame Gründungen in Form von GbR oder GmbH, sollten in jedem Fall von Anwälten begleitet werden. Jeder Gründer sollte die entsprechenden Verträge durch einen Anwalt seines Vertrauens prüfen lassen.

Es kommt nicht selten vor, dass in der Euphorie der Gründung Zugeständnisse an andere Gesellschafter gemacht werden, die sich später als große Bürden erweisen. Streitigkeiten zwischen den Gründungsgesellschaftern läuten dann nicht selten das Ende eines vielleicht erfolgreich gestarteten Unternehmens ein…

Auch zu bedenken ist, dass sich die individuellen Zielsetzungen im Laufe der Zeit ändern können. Gute, frühzeitige und regelmäßige Kommunikation zwischen den Gesellschaftern ist hier unerlässlich.

9. Fehlende Innovationspotenziale

Rücklagen für finanzielle Durststrecken sind bereits frühzeitig und in jedem Geschäftsfeld unentbehrlich.

Es ist zudem immer gefährlich, sich nur auf ein Produkt oder einige wenige Kunden zu konzentrieren. Hier entstehen schnell a) große Abhängigkeiten und b) könnten Kunden (sofern es sich nicht um ein Verbrauchsprodukt handelt) nicht langfristig gebunden werden.

Diversifikation und Innovation bieten die beste Gewähr für die langfristige Entwicklung und Absicherung des Geschäftsmodells.

10. Sonstige Ursachen

Unvorhersehbare Ereignisse können immer und überall auftreten und das eigene Unternehmen gefährden. Dabei muss es sich nicht nur um Änderungen in den Umständen des Unternehmers selbst handeln, sondern kann auch Änderungen im Kaufverhalten oder abrupte Trendeinbrüche bedeuten.

Fazit

Wer Risiken frühzeitig erkennt und im Auge behält, kann gegebenenfalls rechtzeitig gegensteuern.

Sollte die eigene Risikobereitschaft nicht vorhanden und nur sehr gering sein, so wäre ernsthaft zu überlegen, ob eine Existenzgründung wirklich Sinn macht. Hundertprozentige Erfolgsrezepte gibt es nämlich schlichtweg nicht.

Sollte man wirklich einmal Scheitern, dann ist das übrigens auch kein Weltuntergang. Denn jedes Scheitern bringt einen weiter und birgt sogar die Chance auf einen Neubeginn.

Wenn du an noch mehr Infos zu diesem Themenkomplex interessiert bist, dann fordere doch hier kostenlos und unverbindlich den Gratis-Geschäftsideen-Ratgeber an! Geschäftsideen.de beleuchtet verschiedene interessante Aspekte rund um die Existenzgründung und Unternehmensführung.

– Um die Transparenz dieses Blogs zu wahren, weise ich darauf hin, dass es sich bei diesem Artikel um eine Auftragsarbeit handelt. –

Gordon Kuckluck

Initiator von GeldSchritte.de, Online-Marketer mit Leib und Seele, vor allem den Bereichen Landingpages, Conversionoptimierung und E-Mail-Marketing verschrieben, stets an der Schnittstelle von Offline- zu Online-Business.
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Gordon Kuckluck

Initiator von GeldSchritte.de, Online-Marketer mit Leib und Seele, vor allem den Bereichen Landingpages, Conversionoptimierung und E-Mail-Marketing verschrieben, stets an der Schnittstelle von Offline- zu Online-Business.

1 Comment

  • Florian

    3. August 2011

    Yo. Ich glaube, dem ist nix mehr anzufügen. Es gibt so viele Gründe, warum „es“ nicht klappen kann. Aber ich glaube wir sollten ins eher darüber Gedanken machen, wie wir weiter nach vorne kommen als uns damit zu beschäftigen Gründe zu suchen, warum wir nicht gut genug sind…
    In diesem Sinne: Frohes schaffen! 🙂