Die Probleme mit Google AdSense – Teil 1

Google AdSense und die ProblemeGoogle AdSense – für viele die vielleicht leichteste Form mit einem eigenen Blog oder einer eigenen Seite Geld zu verdienen.

Selbst Einsteiger finden sich schnell zurecht und bauen oft als erste Werbung überhaupt Google AdSense in Ihre Seite ein, um erste Einnahmen zu erzielen.

Und häufig funktioniert das auch recht schnell und man hat das Gefühl erstes Geld zu verdienen (selbst wenn es nur wenige Euro sein mögen).

Doch… so richtig rosig sieht’s mit Google AdSense nicht wirklich aus.

Da ich wieder vermehrt über mögliche Werbemaßnahmen hier auf GeldSchritte nachdenke um die Blog-Einnahmen zu erhöhen, habe ich natürlich auch wieder über Google AdSense nachgedacht. Dabei sind mir aber einige Probleme aufgefallen, die ich in dieser zweiteiligen Artikelserie diskutieren möchte und die gegen AdSense und für Direktvermarktung sprechen.

Problem 1: Einnahmen-Höhe

Die Höhe der Einnahmen pro Klick sind praktisch kontinuierlich seit dem Start von Google AdSense gesunken.

Die Gründe hierfür weiß ich nicht mit Sicherheit, vielleicht liegt es einfach daran, dass die Internetnutzer immer vertrauter mit AdSense-Anzeigen werden und kaum noch gerne darauf klicken.

Wie auch immer stellt sich für jeden die Frage, ob er nicht höhere Einnahmen mit selbst geschalteter Werbung (Direktvermarktung) erzielen kann. Zumal man dann auch die gesamten Werbeeinnahmen aus so verkaufter Werbung für sich behalten kann und nicht mit Google teilen muss.

Sicher, bei AdSense wird man pro Klick bezahlt, wohingegen man bei der Direktvermarktung für gewöhnlich auf Grundlage der monatlichen Seitenaufrufe und den damit verbundenen Impressionen einen Festbetrag für die Werbung ausmacht. Das ist ein grundsätzlicher Unterschied, der je nach exaktem Thema und Einsatzfeld durchaus beachtet werden sollte.

Im Festbetrag durch einen Werbekunden, sehe ich persönlich Vorteile. Doch auf die Vorteile der Direktvermarktung gehe ich im zweiten Artikel dieser Serie ausführlicher ein. Dort stelle ich auch Tools für die Verwaltung der eigenen Werbung vor.

Problem 2: Unpassende Werbung und mangelnde Kontrolle

Google AdSense verfügt über über 100.000 Advertiser – und Sie haben nur sehr geringe Kontrollmöglichkeiten, welcher der Advertiser auf Ihrem Blog Werbung schalten darf und wer nicht.

Sie dürfen lediglich eine Liste von maximal 200 Seiten erstellen, die keine Werbung bei Ihnen schalten dürfen. Oder Sie schließen bestimmte Kategorien aus.

Das war’s dann aber im Grunde auch schon mit den Kontrollmöglichkeiten.

Hinzu kommt dann bei dieser contentbezogenen Werbung noch das Problem, dass aufgrund bestimmter Stichworte auf der Seite hin und wieder völlig unpassende Werbung angezeigt wird. Das kann zu wirklich peinlichen oder gar schädigenden Anzeigen für die entsprechenden Firmen führen!

Zwei Beispiele sollen das einmal verdeutlichen:

Google AdSense - Unpassende Werbung 1

(Mit freundlicher Genehmigung von tekka.de)

Wie würden Sie sich als Reisebüro fühlen, wenn Ihre Werbung neben solch einem Artikel erscheint?

Google AdSense - Unpassende Werbung 2

(Mit freundlicher Genehmigung von dynamicdrive.de)

Gelungene Werbung sieht auch hier sicherlich anders aus…

Und besonders Menschen, die nicht wissen, dass die Firma nicht wirklich etwas für Ihre Werbung an dieser Stelle kann, meiden diese Firma vielleicht zukünftig oder verbreiten offen Ihr Entsetzen über derartig geschmacklose Werbung.

Der Schaden kann immens sein!

Und selbstverständlich stehen auch Sie als Blogger oder Webseiten-Betreiber richtig schlecht da, immerhin sind Sie in den Augen Ihrer Leser völlig zu Recht für die Werbung, die auf Ihrem Blog zu sehen ist, verantwortlich!

So lange Google AdSense weiter einen Algorithmus einsetzt, der contentbezogene Werbung aufgrund passender Stichworte einblendet und nicht in der Lage ist, den Zusammenhang, in dem dieses Stichwort auftaucht, hinreichend zu analysieren, sind solche schockierenden Aussetzer weiterhin zu erwarten.

Problem 3: Placement-Werbung mindert Einnahmen aus Direktvermarktung

Clevere Marketer finden immer wieder Mittel und Wege Ihre Werbung kostengünstig im Netz unterzubringen.

Wenn diese einen Blog finden, der Werbeplätze direkt vermarktet, dann schauen diese Marketer als erstes, ob dieser Blog auch Google AdSense Werbung schaltet.

Falls ja, dann buchen diese cleveren Marketer nämlich ihre Werbung nicht direkt über das Blog, sondern gehen den gezielten und in der Regel wesentlich günstigeren Weg über Google AdSense.

Wie machen sie das?

Ganz einfach, Sie wählen bei Ihrer jeweiligen Google AdWords Kampagne unter dem Reiter „Werbenetzwerke“ die Option „Ausgewählte Placements – Details anzeigen“ und geben über „Placement hinzufügen“ ganz gezielt die Domain des Blogs ein, auf dem sie werben möchten.

Google Placements für gezielte AdSense Anzeigen

Tja, so ist das. Jetzt hab‘ ich aber was verraten, was? 🙂

Also überprüfen Sie Ihren Blog lieber mal, denn wenn Sie Direktvermarktung betreiben, sollten Sie lieber nicht gleichzeitig AdSense einsetzen 😉

Problem 4: Leser verlassen Ihr Blog

Last but not least noch ein „berühmtes“ Problem:

Besucher verlassen zwangsläufig nach einem Klick auf eine AdSense Anzeige wieder Ihr Blog. AdSense Anzeigen öffnen sich nämlich nicht in einem neuen Fenster oder Tab.

Und Sie brauchen Klicks (und damit Besucher, die Ihr Blog verlassen), wenn Sie mit AdSense Geld verdienen möchten.

AdSense Anzeigen zu optimieren, heißt immer die Klick-Rate auf die AdSense Anzeigen zu erhöhen. Und das heißt Sie optimieren Ihren Blog dahingehend, dass die Besucher möglichst schnell wieder Ihr Blog verlassen.

Und wofür? Für 10 Cent pro Klick?

Das ist natürlich viel zu kurz gedacht. Denn in treuen, wiederkehrenden Lesern liegt der Erfolg eines Blogs begründet, nicht im (eventuell einmaligen) Klicken auf eine Google AdSense Anzeige…

Sie freuen sich doch, wenn neue Besucher auf Ihrem Blog sind. Sie wollen sie doch nicht sofort wieder wegschicken?!

Fazit

Google AdSense ist schnell und einfach eingebaut und bringt meist auch schnell erste kleine Einnahmen. 

Davon leben kann wohl keiner, es handelt sich vielmehr höchstens um einen mehr oder weniger netten Zusatzverdienst.

Doch AdSense hat nicht nur Vorteile – ganz im Gegenteil könnte man fast sagen!

Die Alternative der Direktvermarktung, ist jedoch gar nicht so einfach umzusetzen und die Verwaltung sicherlich aufwändiger als bei AdSense.

Dazu aber dann im nächsten Teil mehr 🙂

Gordon Kuckluck

Initiator von GeldSchritte.de, Online-Marketer mit Leib und Seele, vor allem den Bereichen Landingpages, Conversionoptimierung und E-Mail-Marketing verschrieben, stets an der Schnittstelle von Offline- zu Online-Business.
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Gordon Kuckluck

Initiator von GeldSchritte.de, Online-Marketer mit Leib und Seele, vor allem den Bereichen Landingpages, Conversionoptimierung und E-Mail-Marketing verschrieben, stets an der Schnittstelle von Offline- zu Online-Business.

11 Comments

  • Holger

    11. Mai 2011

    Hallo Gordon,

    Google mit Adsense, Adwords, Picasa, usw. ist schon eine Wissenschaft für sich. Trotzdem sieht man immer wieder Webseiten mit Adsense Werbung.

    Da frage ich mich ist das nun reine menschliche Psychologie der Hoffnung oder verdienen die Webseiten-Betreiber wirklich Geld damit.

    Bei meinem Adsense Konto habe ich den Eindruck, dass es der Inflation unterliegt.

    Um mit Adsense richtig Geld zu verdienen muss man sich sicher sehr intensiv damit beschäftigen. Aber wo muss man das nicht!?

    Weiterhin viel Erfolg wünscht Holger

  • Amadeus Wustlich

    11. Mai 2011

    Hallo Gordon,

    super Artikel, in dem Du die Schwächen von AdSense gut auf den Punkt gebracht hast.

    Unabhängig von den nahezu lächerlichen Einnahmen, die man mit AdSense in der Regel wohl erzielen kann – außer man hat ungewöhnlich hohen Traffic und besonders klickwütige Besucher – widerstrebt mir besonders die Tatsache, dass ich, wie Du richtig beschrieben hast, keine Kontrolle über die geschaltete Werbung habe und ich mehr oder weniger akzeptieren muss, was Google anbietet.

    Ich verzichte somit völlig auf AdSense auf meinem Blog und blende nur ein paar Anzeigen ein, die mir höhere Einnahmen versprechen oder einfach besonderes Interesse wecken sollen.

    Viele Grüße

    @[email protected]

  • Erwin Stipsits

    11. Mai 2011

    Ich finde Google wird sich auf lange Sicht warm anziehen müssen. Denn der große „Google Slap“ ging wohl an keinem Internet Marketer spurlos vorüber. Was sich Google dabei gedacht hat ist mir heute noch ein Rätsel.

    Die paar Cent sind wirklich nicht der Rede wert, die man da verdienen kann. Ich brauchte mal 5 Monate um € 73,34 zu verdienen…

    Trotzdem ein guter Artikel den man sich auf jeden Fall durchlesen sollte. Sauber recherchiert und einfach auf den Punkt gebracht.

    Ich denke jedoch, dass Google mit Adwords und Adsense seine besten Zeiten bereits hinter sich hat…

  • besser_geld

    11. Mai 2011

    Hallo Gordon,

    ich muss Dir zustimmen: Google Adsense hat so seine Tücken.
    Zum einen muss man sich im Vorfeld schon mal ziemlich einarbeiten in einen Wust von Vorschriften und Möglichkeiten und dann stellt man evtl. fest, dass das gewünschte Ergebnis ausbleibt.

    Ich denke mal, Google Adsense macht nur unter bestimmten Voraussetzungen Sinn. Z.B. dann, wenn der Blog ohnehin stark frequentiert wird und das auch von „Laufkundschaft“, also Lesern, die nur wegen eines Artikels, eher zufällig vorbei schauen. Das sind in der Regel Blogs, die nicht von einer Person allein betrieben und mehrmals täglich mit neuem Content gefüttert werden.

    Blogs, wie unsere, die sich an eine Stammleserschaft richten, die wir dazu nutzen, um uns eine Community aufzubauen, sind, was Werbung betrifft, meist erheblich empfindlicher. Zumindest erwarten sie Werbung zu sehen, die auch thematisch zum Inhalt des Blogs passt. Da das bei Adsense oftmals nur schwer zu erreichen ist, stellt sich in der Tat die Frage, ob man nicht mit dem einen oder anderen Banner-Ad, besser dran ist.

    Schließlich wollen wir unsere Leser ja nicht vergraulen, sondern möglichst immer mehr anziehen 😉

  • Netzcoach

    11. Mai 2011

    NOCH habe ich Adsense auf meinem Blog, noch. Wie in deinem Artikel sehr schön aufgezeigt, kann sich das bei mir sehr schnell ändern. Bei mir kommen jetzt die ersten Anfragen, Werbung auf meinem Blog zu schalten, außerdem baue ich das Affiliatemarketing weiter aus, da immer mehr Seminarveranstalter ein Partnerprogramm nutzen.

  • Nathanael

    11. Mai 2011

    Puh, danke Gordon. Du schreibst mir aus der Seele. Bei einem meiner Blogs habe ich zum Anfang nun Adsense eingebunden. Wie Du sagst, schnell eingebaut, bringt aber ein paar mickrige Euro wenns hochkommt pro Monat. Direktvermarktung ist eine gute Idee, aber erst umsetzbar wenn man eine gewisse Zahl von Besuchern erreicht hat. Ansonsten lohnt es sich für Werbende nicht wirklich einen Banner zu schalten, da kann der Werbeplatz dann noch so günstig sein.

    Danke für den Artikel, ich freue mich auf den Zweiten! 😉
    LG Nathanael

  • Csaba Nagy

    11. Mai 2011

    Hallo!

    Ich denke Adsense ist hin und wieder gut in den einzelnen Artikeln aber sicher nicht auf der Hauptseite des Blogs!

    Adsense ist eher geeignet um mit statischen Seiten im Adsense Marketing gut zu verdienen…aber auch hier sollte der Inhalt dem Besucher einen Wert liefern um auch gute Plätze in den Suchmaschinen zu bekommen.

    Wenn man sich nur auf das Adsense Marketing konzentriert kann man aber sehr wohl von Adsense Leben!!!

    Solange wie ich damals mit meiner statischen „Schulden“ Seite auf Platz 1 + 2 war habe ich um die 300,-€ damit verdient! Das auch nur weil es nicht so hoch bezahlte Keywords waren.

    Wenn man eine gute Adsense Seite mit teuren Keywords baut und für Google SEO-optimiert (1+2 Plätze) sind durchaus 1000,-€ im Monat drin…mit einer einzigen Seite!

    Aber für ein Blog das andere Ziele hat als das Adsense Marketing ist Google Adsense sicher nicht zu empfehlen, eher sogar davon abzuraten!!!

    MfG

    Csaba

    • Gordon Kuckluck

      11. Mai 2011

      Hallo Csaba,

      guter, wichtiger Aspekt:
      Ich rede hier von Blogs mit viel Content und hohem Pflegeaufwand.

      Auf statischen Seiten mag das durchaus anders aussehen, hier mag AdSense durchaus (je nach Thema) Sinn machen.

      Das Problem bei Direktvermarktung UND AdSense bleibt aber auch hier bestehen. Im Zweifel müsste man hier testen, was mehr bringt. Beides gleichzeitig birgt die Gefahr sinnlos zu sein, auch wenn nicht jeder weiß, dass er mit den Google Placements gezielt eine Seite für seine Werbung aussuchen kann, die AdSense einsetzt…

      Liebe Grüße
      Gordon

      • Csaba Nagy

        11. Mai 2011

        Auf Blogs finde ich Adsense nicht wirklich gut!

        Ich setze Adsense auf meinen Blogs nur sehr selten ein und auch nur auf den einzelnen Posts…

        Der grosse Nachteil beim Adsense Marketing ist der Zeitfaktor den man investieren muss bis alles so eingestellt ist das man wirklich gute Verdienste erreicht!

        Dies ist auch der Grund warum ich es mal „beiseite“ geschoben habe und mich um meine Blogs kümmere…statt mich mehr mit Adsense Marketing zu befassen.

        Die Arbeit ist wirklich viel:

        1. Themensuche die teure Keyword bietet
        2. Gute und teure Keywords suchen
        3. Statische Seite erstellen die zum Thema passt (optik)
        4. Texte erstellen, Adsense und Keywords einbinden und Adsense auf Text optimieren
        5. Seite Suchmaschinenoptimieren
        6. W3C Optimierung für bessere Suchmaschinenplätze
        7. Testen, Testen, Testen…manchmal sogar ein, zwei Monate lang und immer wieder weiter optimieren

        Das ist echt harte Arbeit!!! Da ist die Pflege eines Blog viel angenehmer…und wenn ein Blog dann mal Einnahmen abwirft, dauert es nicht nur ein zwei Monate sondern es wächst immer weiter.

        Das ist bei Adsense Marketing mit statischen Seiten leider nicht der Fall und es kann sein, das Deine Seite Google nicht gefällt und die Monatelange Testerei war für nichts…

        Adsense Marketing ist also viel Arbeit, die Einnahmen sind nicht von dauer und können sogar vom Giganten im Internet sehr schnell beendet werden!!!

        MfG

        Csaba

        • Frank

          19. Juni 2011

          Aber genau auf dem von Dir beschriebenen Prinzipien beruht Nischen-„blogging“. Und damit lässt sich sehr, sehr gutes Geld verdienen… ohne Hype, ohne Liste, ohne nervige Launchorgien, zumindestens im englischsprachigen Internet.

          Das ist allerings mit Arbeit verbunden und hat eigentlich auch nicht viel mit Bloggen zu tun, obwohl ich ja Blogsoftware benutze, aber eben als CMS, mit allen Vorteilen von WP. Der Vorteil ist eben, dass ich KEINE statischen Seiten baue.