Texten für das Web – Eine Buchbesprechung

Als Selbstständiger im Netz ist man auch immer "gezwungen" sich fortzubilden. Dazu dient das Internet selbst natürlich, aber auch physische Bücher können einen entschieden weiterbringen und stellen auch mal eine schöne Abwechslung zum Bildschirm dar 😉

Daher hatte auch ich mir ein Buch zugelegt, das ich in diesem Artikel kurz vorstellen möchte.

Texten für das Web

Texten für das Web von Andreas GredeEine der schwierigsten Aufgaben, die es im Internet und Internetmarketing gibt, ist das Texte-Schreiben. 

Damit sind nicht in erster Linie Blog-Artikel gemeint, sondern viel mehr Verkaufstexte und E-Mail-Texte, die zur Kundengewinnung oder Kundenbindung dienen sollen.

Was gibt es dabei zu beachten? Was macht gute Werbetexte aus? Was sind die kapitalsten Fehler?

All diese Fragen stellte ich mir und wegen all dieser Fragen, machte ich mich auf die Suche nach entsprechender Literatur.

Gefunden habe ich u.a. "Texten für das Web" von Andreas Grede. Das Buch stammt aus dem Jahr 2003 und ist damit nicht mehr gerade das Neueste. Doch durch die Themen (z.B. Werbemails und Newsletter, die verkaufen oder One-to-one-Kommunikation via Mail oder Tipps und Tricks für gute Web-Texte) fühlte ich mich hinreichend angesprochen und bewogen das Buch zu kaufen 😉

Was gut ist

Gefallen hat mir an dem Buch, dass der Autor immer und immer wieder ganz konkrete Beispiele vorführt und auseinandernimmt. An solchen Beispielen versteht man einfach viel besser, was der Autor genau meint. Viel besser, als wenn er es nur mit Worten beschreiben würde.

Dabei führt das Buch nicht nur negative Beispiele an, sondern auch positive.

Außerdem liest sich das Buch sehr gut und ist sogar recht witzig geschrieben. Durch die lockere Art versteht man genau, worauf es bei guten Texten ankommt und warum schlechte Texte manchmal so schlecht sind, das man nur noch schmunzeln kann… 😉

Das Buch richtet sich eher an Anfänger im Bereich des Web-Textens. Vornehmlich werden recht grundlegende Tipps und Hinweise gegeben, die aber dafür sehr gut dargeboten und aufbereitet wurden.

Besonders hervorheben möchte ich an dieser Stelle noch zwei Dinge, die mir persönlich sehr gut gefallen haben:

  1. Das erste Kapitel, das sich mit "Lesen und Wahrnehmen" beschäftigt, hat für viele "Aha-Momente" gesorgt.

    Denn ich habe darin unheimlich viel über die "Art des Lesens" im Web gelernt. Denn die Wenigsten lesen Texte im Web, wie Texte in einem Buch, Seite für Seite, Wort für Wort – das mache ich ja auch nur, wenn mich das Thema vorher ausreichend angesprochen hat.

    Man hat einfach die Angewohnheit die Seite vor dem (eventuellen) Lesen mit dem Blick zu "scannen" – und hier beschreibt der Autor ausführlich, wie die Blickrichtung verläuft, was ein Blickfang ist und was ein Weggucker.

    Top!
     

  2. Die Checklisten bzw. Tipp-Tabellen etwas weiter hinten im Buch sind sehr praktisch.

    So sieht man auf einen Blick in einer Übersicht, welches Satzzeichen z.B. welche Wirkung erzielt oder wie Sie in insgesamt 7 Schritten einfach bessere E-Mails an Kunden versenden (One-to-one-Kommunikation) und umständliche und sinnlose Formulierungen vermeiden.

    Das ist übersichtlich und extrem praktisch, wenn man z.B. an einem Text arbeitet und schnell mal etwas nachschlagen will!

Was nicht so gut ist

Das Buch ist von 2003. Gerade in Sachen Internet, ist das quasi uralt 🙂

Die Entwicklung ist dermaßen schnell vorangeschritten, dass einige der Beispiele und Webseiten-Screenshots, die der Autor anführt, bereits total veraltet sind. So wie dargestellt, erstellt heute sowieso keiner mehr seinen Webauftritt, hat man da manches Mal das Gefühl.

Der Text und die grundlegenden Erklärungen sind noch immer up to date, soweit ich das beurteilen kann. Aber die Illustrationen und Beispiele sind doch recht altbacken.

Dazu kommt, dass manchmal im Text die Farbgestaltung einer Webseite angesprochen und bemängelt wird. Nur schade, dass man die nicht nachvollziehen kann – alle Bilder im Buch sind schwarz-weiß…

Im Übrigen hätte ich mir manches Mal einen etwas tiefergehenden Einblick erhofft.

Dass Satzzeichen wichtig sind und jeweils eine unterschiedliche Wirkung erzielen, war mir immerhin schon irgendwie klar. Die Tabellenübersicht dazu ist zwar praktisch zum schnellen Nachschlagen, aber das Thema hätte man auch kürzer abhaken können. Man hat hin und wieder das Gefühl, dass sich der Autor mit allzu grundlegenden Dingen zu lange aufhält.

Fazit

Das Buch ist gut, mehr aber auch nicht.

Es hat mir in mancher Hinsicht die Augen geöffnet und war eigentlich immer informativ und unterhaltsam zu lesen.

Gerade für absolute Anfänger ist das Buch sehr gut geeignet und eine Empfehlung wert. Für bereits etwas Fortgeschrittene fehlt mir leider hier und da der Tiefgang und die Themen werden allzu oberflächlich behandelt.

Alles in allem ist das Buch solide, doch für den Preis würde ich es mir wohl nicht noch einmal kaufen.

Jetzt mache ich mich auf die Suche nach einem Buch, das etwas mehr in die Tiefe geht 🙂

Gordon Kuckluck

Initiator von GeldSchritte.de, Online-Marketer mit Leib und Seele, vor allem den Bereichen Landingpages, Conversionoptimierung und E-Mail-Marketing verschrieben, stets an der Schnittstelle von Offline- zu Online-Business.
About The Author

Gordon Kuckluck

Initiator von GeldSchritte.de, Online-Marketer mit Leib und Seele, vor allem den Bereichen Landingpages, Conversionoptimierung und E-Mail-Marketing verschrieben, stets an der Schnittstelle von Offline- zu Online-Business.

5 Comments

  • Nathanael

    2. Mai 2011

    Hey Gordon, ich muss ehrlich gestehen, dass, seit dem ich so aktiv im Internet bin, kaum mehr ein Buch gelesen habe. Man findet eigentlich alles im Internet und damit meine ich wirklich alles! Wenn ich heute noch etwas lese, dann ist es die Bibel oder mal gemütlich um einfach nur zu entspannen und mal abzuschalten, dann darf es aber auch kein Fachbuch sein.
    LG Nathanael

    • Gordon Kuckluck

      2. Mai 2011

      Hey Nathanael,

      ich weiß, was Du meinst 😉

      Ich finde es jedoch ganz praktisch, mal nicht ALLES immer NUR am Monitor zu lesen, sondern eben auch mal was in der Hand zu haben… 🙂

      Viele Grüße
      Gordon

      • Nathanael

        2. Mai 2011

        Genau Gordon, manchmal sollte man auch den Augen zuliebe ein Buch in die Finger nehmen! 🙂 Dir weiterhin viel Erfolg mit Geldschritte.de!
        LG Nathanael

        • Stefan

          28. Mai 2011

          Fachlich bezogen gebe ich Dir sicher recht. Man liest immer weniger in Büchern und immer mehr mal schnell quer im Web. Aber genau die Schnelllebigkeit beim lesen und finden von Informationen macht es manchmal sehr schwierig aus den Kleinigkeiten zu lernen. Häufig ist es ein Nebensatz oder ein kleiner Absatz, den man schnell übersieht, der aber genau zu einem Aha-Erlebnis führt. Ich habe immer Bücher in der Tasche, selbst seit dem ich mit dem iPad unterwegs bin. Ich finde es sehr viel angenehmer in einem Buch zu lesen, als mal eben schnell eine Webseite. Hat einfach den Hintergrund, dass wenn man denkt man kennt einen Artikel schon, dass man diesen dann einfach nicht liest. Jeder betrachtet die Dinge aber aus einem leicht anderen Blickwinkel und durch die eingeschränkt sicht auf „Kenne ich schon“ verliert man viele Informationen. Ich lese zum Beispiel sehr gern Einsteigerbücher zu meinem Hobby Astronomie und veröffentliche Artikel zu dem Thema auf meinem Blog und ich bin erstaunt wie viel ich jedes mal wieder dazu lerne. Ich betreibe das Hobby schon mehr als 15 Jahre und trotzdem weiß man nie alles oder muss manches mal sein Wissen auffrischen.

          Stefan

          • Gordon Kuckluck

            29. Mai 2011

            Hallo Stefan,

            genau, ein Buch ist irgendwie angenehmer, als immer nur Webseiten 😉

            Liebe Grüße
            Gordon