Internetmarketing: Verhindern Sie das böse Erwachen

Dieser Artikel soll in mancher Hinsicht eine Art Fortsetzung zu dem letzten Artikel sein, in dem ich ja schon für mehr Realitätsnähe plädiert habe. Ich möchte hier ein wenig vertiefen, was so u.a. auf einen zukommt, wenn man als absoluter Neueinsteiger im Internet anfangen möchte Geld zu verdienen. 

Denn vieles weiß man vorher gar nicht und man wird erst später mit solchen Dingen konfrontiert…

Das brauchen Sie für’s Internetmarketing

Domain und Webspace

Domain und WebspaceEtwas, was man braucht und was natürlich noch ziemlich klar sein dürfte, ist die Domain und der Webspace. Denn wenn Sie im Internet Geld verdienen wollen, dann brauchen Sie natürlich (früher oder später) eine eigene Webseite – ob nun ein Blog, das regelmäßig gepflegt werden soll oder eine „einfache“ Verkaufsseite.

Für Domains sind die Hoster InterNetworX (deutschsprachig) oder GoDaddy (englischsprachig) geeignet.

Beim Webspace ist es schon etwas komplizierter, sofern Sie ein eigenes WordPress-Blog betreiben möchten.

So müssen Sie darauf achten, dass Sie über ausreichend großen PHP-Speicher verfügen oder diesen zumindest (kostengünstig) erweitern lassen können. Plugins benötigen bei WordPress diesen Speicher. Je mehr Plugins, desto höher der Speicherbedarf.

Strato kommt z.B. mit 32MB im Webpaket XL daher. Das reicht zunächst mal, wird aber bei einigen umfangreicheren Plugins und einer höheren Anzahl an Plugins schon ziemlich eng…

Eine Erhöhung des Speichers lassen sich gerade deutsche Webhoster gern extra bezahlen.

Ich empfehle daher englische Webspace-Anbieter, wie etwa HostGator

Tipp: Geben Sie bei der Buchung den Coupon Code „geldschritte“ ein und Sie erhalten einen Nachlass von 9,94$ im ersten Monat. So erhalten Sie den ersten Monat im Baby Plan z.B. für 0,01$ und haben zudem eine 45-Tage-Geld-zurück-Garantie.

Bei HostGator haben Sie gleich 64MB PHP-Speicher. Außerdem ist der Support bei englischsprachigen Anbietern hervorragend. Für gewöhnlich ist auch eine spätere Umstellung auf mehr Speicher einfacher möglich.

Das sogenannten cPanel (also den Admin-Bereich) kann man übrigens mit wenigen Klicks auf die deutsche Sprache umstellen. Der Support bleibt aber natürlich englisch.

Noch ganz kurz zum Thema Domain-Hosting und Webspace-Hosting:

Warum die Trennung von Domain und Webspace?

Ganz einfach: Auf diese Weise ist man unabhängiger. Treten Probleme mit einem Webspace-Hoster auf, dann kann man ihn problemloser wechseln, als wenn man gleichzeitig einen kompletten Domain-Transfer tätigen müsste.

Videoplayer

Wenn Sie eigene Videos erstellen möchten (welcher Art auch immer), dann brauchen Sie natürlich einen Videoplayer.

Sie können Videos natürlich auf den Webhoster, also Ihren Webspace hochladen und einen eigenen Videoplayer auf Ihrer Seite einbauen (z.B. den Flowplayer). Das habe ich ganz zu Anfang selbst gemacht.

Es ist aber aus mindestens zwei Gründen nicht ratsam:

  1. Sie müssen sich um die ganze Technik kümmern. Ich fand es damals nicht so leicht, den Flowplayer erstmal richtig einzustellen, so dass er meine Videos dann auch korrekt abspielte.
  2. Videos auf dem eigenen Webspace sorgen u.U. für ordentlich Traffic. Bei einigen Webspace-Hostern kann das (früher oder später) zu einem echten Problem werden – und/oder sogar richtig teuer.
    (Ganz abgesehen davon, dass Videos i.d.R. auch groß sind und dementsprechend viel Speicher brauchen.)

Eine Alternative ist der Dienst von Amazon S3. Dort kann man seine Video-Dateien hochladen und zahlt für den Speicherplatz und den Traffic nur sehr wenig (je nach Traffic Cent-Beträge oder wenige Dollar im Monat).

Da Amazon S3 aber nicht ganz übersichtlich zu bedienen ist, gibt es die Möglichkeit z.B. den Service von ezS3 (sprich: easy-S-three) zu nutzen. Dieser Dienst macht es einem einfacher die bei Amazon S3 liegenden Videos mittels eines einfach zu erstellenden Videoplayers auf der eigenen Seite einzubinden.

Schließlich ist da noch die Software „Easy Video Player 2“. Ich selbst bin nach einigen Monaten ezS3 auf den EVP2 umgestiegen. 

Dieser ist meiner Meinung nach

  • noch einfacher zu bedienen.
  • noch mächtiger (er bietet noch mehr Optionen).
  • exakt auf die Bedürfnisse eines Internetmarketers abgestimmt.
  • langfristig billiger.

Beim EVP2 zahlt man einmal knapp 100 Euro, während ezS3 monatlich ca. 17€ kostet.

Ich werde den Easy Video Player 2 wohl demnächst in einem gesonderten Artikel ausführlicher vorstellen. Das spare ich mir deshalb hier.

Natürlich brauchen Sie für eigene Videos oder Screencasts auch einen Camcorder bzw. Screencast-Software. Diese habe ich in diesem Artikel aber bereits ausführlicher vorgestellt.

Verkaufsplattform

Wenn Sie dann ein eigenes Produkt fertig gestellt haben, dann möchten Sie es natürlich auch verkaufen. Aber wie, mit welcher Software, mit welcher Verkaufsplattform oder auf welchem Marktplatz machen Sie das am besten?

Im Kommen hier in Deutschland ist zur Zeit immer noch ClickBank. Daneben gibt es aber auch große, gute Anbieter, wie etwa share*it oder Mircopayment. Und natürlich PayPal.

Gibt sicherlich bei allen Vor- und Nachteile. Aber welche überwiegen für einen selbst?

Wirklich ein Thema für sich, dass ich hier nicht umfassend abhandeln möchte und kann.

Aber ein wichtiger Punkt, über den man sich rechtzeitig Gedanken machen sollte…

Geschützte Downloads

Geschützte DownloadsSchließlich noch eine letzte Sache, auf die ich hinweisen möchte: Wie schützt man sein Produkt vor unbefugten Downloads?

Den Download (z.B. das E-Book) einfach in einen „hieroglyphenartigen“ Ordner legen? Reicht das aber?

Sie wollen aber ja auch, dass kein Käufer, der dann den Download-Link samt „Hieroglyphen-Ordner“ sieht, diesen Link einfach seinen Kumpels geben kann. Oder?

Wie also „versteckt“ oder sichert man seine Download-Links bzw. seine Produkte?

Natürlich gibt es dafür verschiedene (Software-)Lösungen. Vielleicht die bekannteste ist das Programm DLGuard. Das ist leider wieder auf englisch, aber bietet die automatische Verknüpfung mit größeren Verkaufsplattformen wie PayPal oder ClickBank.

Auch diese Thematik kommt aber früher oder später auf und muss beachtet werden. Sonst machen Ihre Download-Links vielleicht bald die Runde…

Schlussbemerkung

Wenn man ernsthaft Geld im Internet verdienen möchte, dann geht das nicht über Nacht. Es erfordert vielmehr viel Zeit, Ausdauer und Arbeit. Außerdem ist es erforderlich (wie bei anderen Formen der Selbstständigkeit auch), dass man ein wenig in seine „Geschäftsausstattung“ investiert. 

Sind Sie bereit zunächst Geld zu investieren, bevor Sie wirklich etwas verdienen?

Ohne diese Bereitschaft werden Sie es kaum schaffen, etwas im Internet aufzubauen.

Auch eine wichtige Voraussetzung, von der Sie so natürlich auf diversen Verkaufsseiten nichts lesen. 

Außerdem merken Sie auch: Es geht nicht ganz ohne Technik. Bisher habe ich zumindest noch keinen Anbieter oder Dienstleister gefunden, der ALLE diese Dinge für einen in die Hand nehmen würde. Das ginge auch gar nicht, weil die individuellen Bedürfnisse nur jeder persönlich kennt und sich jeder selbst dementsprechend orientieren muss. Es gibt eben Dinge, die muss man selber machen.

DEN Marktplatz bzw. DIE Verkaufsplattform für jeden gibt es eben einfach nicht. Da muss man schon selbst schauen und eine Wahl treffen.

Es muss einem nur bewusst sein, dass solche Entscheidungen früher oder später anstehen.

Sind Sie bereit Sie zu treffen? Haben Sie sich das Internetmarketer-Leben so vorgestellt?

Ich denke das ist einer der wichtigsten Gründe, weshalb viele wieder aufgeben. Von solch einem Drumherum hat Ihnen vorher nie einer was gesagt. Und da haben viele – salopp gesagt – keinen Bock drauf…

Einen Vorteil hat es im Internet gegenüber „Offline-Geschäften“ aber übrigens schon noch:
Die Investitionen in das eigene Geschäft sind a) deutlich überschaubarer und b) meistens nur einmal zu tätigen – danach hat man die Software und kann sie für so viele Projekte wie man will einsetzen (meistens). Man muss dann höchstens nur noch einmal in ein Software-Update investieren oder so. 

Das sind alles Erfahrungen, die ich jetzt in den vergangenen Monaten gemacht habe – selbst, also persönlich, oder aber durch Kundenprojekte, an denen ich gearbeitet habe.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und hoffe, dass Sie aus meinen Erfahrungen lernen und es schaffen, möglichst realistisch ans Geld verdienen im Internet heranzugehen. So bleiben Sie von allzu großen Enttäuschungen hoffentlich verschont.

Alles Gute
Ihr Gordon Kuckluck

Gordon Kuckluck

Initiator von GeldSchritte.de, Online-Marketer mit Leib und Seele, vor allem den Bereichen Landingpages, Conversionoptimierung und E-Mail-Marketing verschrieben, stets an der Schnittstelle von Offline- zu Online-Business.
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Gordon Kuckluck

Initiator von GeldSchritte.de, Online-Marketer mit Leib und Seele, vor allem den Bereichen Landingpages, Conversionoptimierung und E-Mail-Marketing verschrieben, stets an der Schnittstelle von Offline- zu Online-Business.

6 Comments

  • Bernd

    31. Dezember 2010

    Sicherheit vor unbefugtem Download!
    Eigentlich ganz einfach! Es gibt 2 Bereiche auf Deinem Webspace, den adressierbaren und den nicht adressierbaren. Was meine ich damit?
    Alle Dateien, auf die eine Webadresse – URL – schielt, istsind adressierbar über eine URL! Also alle Unterverzeichnisse des bestimmten Verzeichnisses. Du gibt ja bei der Definition der Webseite an:
    http://WWW.xyz.de hat das "Arbeitsverzeichnis" …./hugo!
    Jetzt sind alle Unterverzeichnisse von hugo über die URL adressierbar. Ein Verzeichnis außerhalb von …hugo z.B…./otto nicht!
    Die zu schützenden Dateien liegen im nicht adressierbaren Bereich also Verzeichnis …/otto! Dieser wird durch ein kleines Programm angesteuert, das den Download macht. Durch Weiterleitungen mit Parametern wird die Weiterleitung entweder ausgeführt oder nicht! Fertig!
    Da muss ich kein Programm dazu kaufen. Ein Beispiel findet sich unter dem Stichwort linkshrink in meinem Blog
    Gruß und guten Rutsch
    Bernd

    • Gordon Kuckluck

      31. Dezember 2010

      Hallo Bernd!

      Aber wenn jemand „otto“ kennt, dann kann doch jeder diesen Unterordner adressieren, oder?
      Wenn Du also schon einen Kunden hattest, der „otto“ nun kennt und dieses Wissen weitergibt an seinen Kumpel, dann kann auch dieser „otto“ adressieren und sich Deinen Download holen, wenn Du den Download nicht zusätzlich schützt.

      DLGuard z.B. verhindert das.

      Viele Grüße
      Gordon

  • Bernd

    1. Januar 2011

    Hallo Gordon,
    da es keine URL gibt, die auf das Verzeichnis Otto zeigt, kann man auch nicht adressieren.
    Ok, muss ein wenig ausholen. In PHP-Programmen hat man 2 Zugriffsmöglichkeiten. Einmal den Dateizugriff und zum 2. die Linkadresse. Ich kann mit dem Dateizugriff jede Datei im Webspace öffnen. Mit dem Linkzugriff nur Dateien, die auch über URL adressierbar sind.
    Keiner weis von Otto, weil es keiner sehen kann. Eine Weitergabe der Adresse wird nur dann in der Adressleiste angezeigt, wenn auch die Seite gezeigt wird. Damit kann ich verdeckt was aufrufen und wieder zurückgehen, ohne dass der Browser das zeigt.
    DLGuard macht das genauso! Zum Verständnis, PHP läuft auf dem Server, nicht beim Client, alles was ich auf dem Server mache, bekommt der Browser erst dann mit, wenn der Server fertig ist.
    Du hast mit der Weitergabe von Information nur dann recht, wenn bei dem Programm Otto immer das Downloadverzeichnis wäre. Deshalb macht man das pro Installation angebbar? Du hast bei dem Programm Otto angegeben, ich nehme Fritz !
    Gruß
    Bernd

    • Gordon Kuckluck

      2. Januar 2011

      Hey Bernd,

      okay, ich denke, ich verstehe langsam in Ansätzen, was Du meinst. Also dass die URL nicht mit weitergegeben wird zum Download, sondern „versteckt“ mittels PHP weitergeleitet wird.

      Kann man das aber nicht im Quellcode trotzdem rausfinden? Also WOHIN weitergeleitet wird?

      Außerdem stelle sich auch die Frage aus unternehmerischer Sicht, ob es sich (für einen wie mich mit nahe Null PHP-Erfahrung) lohnt, sich da einzuarbeiten und einzudenken. Lohnt der Aufwand und die Zeit, die man damit verbringt, oder sollte man nicht lieber eine fertige Lösung nehmen und sich auf die wichtigeren Dinge konzentrieren (Marketing, Produkterstellung und – Qualität)?

      Liebe Grüße
      Gordon

  • Bernd

    4. Januar 2011

    Hey Gordon,
    nee, da innerhalb PHP auf andere Seiten weitergeleitet wird, sieht man nur das letzte Ergebnis.
    Siehe z.B. Danke-Seite! Deine Verkaufsseite hat ein Formular, dort steht zwar wohin es geht. Das PHP-Script, das gerufen wird, prüft die Parameter und leitet auf eine andere Seite weiter. Diese erstellt ohne Bildschirmausgabe die Parameterliste für z.B. PayPal und ruft PayPal. Jetzt siehst Du auf dem Schirm die PayPal-Adresse. Bei Verkauf macht PayPal das Gleiche und ruft Deine Danke-Seite "dunkel" auf! Wieviele Seiten dazwischen waren, bekommst Du gar nicht mit!
    Gruß
    Bernd