Videos selbst erstellen: Verwendung von Skripten (Teil 2)

Im heutigen Artikel der „Videos selbst erstellen“-Serie soll es um Skripte für Videos gehen.

Meines Erachtens nach sind Skripte für gute (!) Videos essentiell! Andernfalls würde man nur so „vor sich hin filmen“, ohne richtiges Ziel vor Augen. Das wird man am fertigen Video natürlich merken – und auch der Zuschauer wird zielloses Gestammel bemerken!

Was sind Video-Skripte?

Image: Ian Kahn / FreeDigitalPhotos.net

Zunächst zu der Frage, was genau Video-Skripte überhaupt sind. Klingt immerhin mächtig wichtig und umfangreich so ein „Skript“. So professionell irgendwie…

Ist es aber gar nicht.
Oder zumindest muss es das nicht sein 😉

Mit „Video-Skript“ bezeichne ich einfach so eine Art „Drehbuch“ für ein Video. In solch einem Skript kann man entweder den gesamten geplanten Dreh schriftlich festhalten oder aber man schreibt sich einfach den Text auf, den man sagen möchte.

Wenn Sie die grundlegenden Tipps aus dem Grundlagen-Artikel dieser Serie verinnerlicht haben, dann ergibt sich fast schon völlig logisch, dass ein Skript sehr sinnvoll und hilfreich ist.

Kennen Sie nicht auch viele Internet-Videos bei denen Sie einfach nur total gelangweilt sind? Bei denen irgendwie nichts passiert? Bei denen Sie vor lauter „Ähm“s und „Öhh“s schon gar nicht mehr wissen, was da gerade vermittelt werden sollte? Bei denen Sie sich im Grunde nur eins wünschen: Dass es bald zu Ende ist?

Daher:
Machen Sie es anders! Stammeln Sie nicht, sondern wissen Sie, was Sie sagen wollen – und sagen Sie es gerade heraus! Kommen Sie zum Punkt! Verfolgen Sie ein klares Ziel!

Den genauen Umgang mit einem Skript muss man unter Umständen etwas üben, wenn man nicht gerade der geborene Redner ist. Aber es lohnt sich auf jeden Fall!

Allerdings ist es wichtig, dass zwei Bereiche hier auseinandergehalten werden:

  • Skripte für Screencast-Aufnahmen
  • Skripte für Camcorder-Aufnahmen

Screencasts und Video-Skript

Fangen wir mir dem einfacheren Bereich an, was Skripte angeht: Screencasts.

Eine Screencast-Aufnahme ist eine Bildschirmaufnahme, d.h. Sie nehmen auf, was Sie gerade am Bildschirm tun. Wie das genau geht und mit welchen Programmen man solche Aufnahmen herstellen kann, das erzähle ich im morgigen dritten Teil.

Was Skripte angeht, ist es bei Screencasts relativ simpel:

Schreiben Sie einfach genau auf, was Sie sagen wollen!

Normalerweise sind Sie selbst bei einer Screencast-Aufnahme nicht zu sehen. Oder allenfalls als kleines Bildchen in der Ecke, wo man als Zuschauer schwerlich genau ausmachen kann, wohin Sie gerade sehen.

Nutzen Sie diesen Vorteil schamlos aus!

Schreiben Sie sich einfach genau auf, was Sie wann sagen wollen – und lesen Sie es ab. Natürlich sollten Sie sich bemühen, dass das Ganze möglichst nicht abgelesen klingt, aber lesen Sie es ruhig ab. Keiner hetzt Sie, keiner drängelt. Lassen Sie sich Zeit und üben Sie es. Je natürlicher Sie den Text rüberbringen, desto besser. Und keiner hält Sie davon ab alles so aufzuschreiben, wie Sie auch sprechen. Denn keiner liest Ihr Skript außer Sie selbst! 😉

Selbst wenn Sie sich dafür entscheiden sollten, dass Ihr Bild klein am Rande des Videos angezeigt werden soll, werden die Zuschauer kaum erkennen können, ob vor Ihnen auf dem Schreibtisch ein Skript liegt oder nicht.

Mein Tipp dazu aber noch:
Versuchen Sie (wenn möglich) alles auf ein Din-A4 Blatt zu bekommen. Denn bedenken Sie, dass etwaiges umblättern a) zu Raschelgeräuschen führen kann (wie bei der Tagesschau im Fernsehen) und b) bei einem kleinen eingeblendeten Bildchen von Ihnen komisch wirkt 😉
Wenn Sie mehrere Seiten brauchen, dann legen Sie sie möglichst so nebeneinander vor sich auf den Schreibtisch, dass Sie nicht umblättern brauchen oder pausieren Sie die Aufnahme bei entsprechender Stelle einfach und setzen Sie sie nach dem Umblättern fort.

Camcorder und Video-Skript

Schwieriger ist es da schon bei Camcorder-Aufnahmen, bei denen Sie also selbst vor der Kamera stehen.

Grundsätzlich können Sie sich hier Ihren Dreh vorher ausmalen und schriftlich festhalten, was Sie, an welcher Location drehen wollen, wann vielleicht ein Schnitt, ein Szenenwechsel oder was auch immer sein soll.

Ich persönlich schreibe mir so etwas nicht auf. Das habe ich im Kopf.

Problematisch wird es hier aber mit dem Ablesen des Textes… das würde hier schon eher auffallen.
Natürlich: Wenn Ihnen das nichts ausmacht und Sie wie Stefan Raab ständig neben statt in die Kamera gucken wollen, dann tun Sie es 😉 Ich persönlich finde so etwas aber doof. Das wirkt total blöd, so als würde sich der Redner nicht die Bohne für seine Zuschauer interessieren. Und als hätte er gar keine Ahnung, was er da eigentlich an Inhalt bringen wollte.

Also lassen Sie so etwas lieber.

Es gibt mehrere Möglichkeit das Problem anzugehen:

  1. Lernen Sie Ihren Text auswendig!
    Vielleicht die schwierigste Möglichkeit. Aber vermutlich an sich die beste… Selbst wenn Sie mehrere Anläufe brauchen – schließlich und endlich wird das Ergebnis vermutlich sehr natürlich sein und nicht abgelesen wirken – denn es ist ja nicht abgelesen 😉 Allerdings sollten Sie darauf achten, dass der Text (auch wenn er es ist) möglichst nicht auswendig gelernt klingt. Das wirkt auch wieder doof…
    Übung macht den Meister! 😉
  2. Klemmen Sie Ihre Din-A4 Blätter an oder in der Nähe der Kamera fest!
    Kommt hier natürlich auf die Kamera, die Location oder auch das Stativ an, das man verwendet. Manche Kameras oder Stative eignen sich relativ gut dafür ein Klemmbrett oder ähnliches zu befestigen. Andere nicht. Hier ist Improvisation gefragt. Und hier ist es noch problematischer, wenn Sie MEHRERE Seiten beschrieben haben und eigentlich umblättern müssten… 😉
  3. Benutzen Sie einen Teleprompter!
    Okay, das kostet wieder Geld, ist aber dafür schon ziemlich professionell. Ein Teleprompter ist ein kleiner Bildschirm, der neben eine Kamera gestellt wird und auf dem der zu sagende Text durchläuft. Wie das genau funktioniert weiß ich allerdings nicht, da ich selbst so etwas noch nie benutzt habe. Richtig harte Profis haben eine Kamera/Telepromopter-Kombination (so ist das bei den meisten Fernsehsendern heutzutage)! Bei billigeren Telepromopter scheint der relativ kleine Bildschirm (und damit die kleine Schrift) durchaus ein Problem werden zu können… wie gesagt, hier habe ich null Erfahrung.

Die meiner Meinung nach beste Methode ist gewissermaßen eine Kombination aus den ersten beiden oben erwähnten Möglichkeiten:

Lernen Sie ein kurzes Stück Text auswendig oder klemmen Sie ein Din-A4 Blatt am Stativ oder unter der Kamera fest und machen Sie dann einen Szenenwechsel/Schnitt!

Vorteil:
Sie brauchen entweder nicht viel Text auswendig lernen oder aber kommen mit einem Din-A4 Blatt aus!

Im späteren Video wird man davon gar nichts mitbekommen, da Sie den Film einfach zusammenschneiden können 🙂

Fazit

Skripte sind sehr, sehr wichtig, wenn man nicht einfach nur so „vor sich hinstammeln“ will, sondern wirklich ein Ziel mit seinem Video verfolgt – und Sie sollten immer ein konkretes Ziel mit Ihrem Video verfolgen und nicht einfach nur so drauf losfilmen!

Bei Screencasts kann man meist sehr genau aufschreiben, was man sagen will. Den Text liest man dann einfach ab – davon bekommt keiner etwas mit!
Nachteil: Es braucht unter Umständen etwas Übung, damit der abgelesene Text nicht abgelesen wirkt, denn das könnte Ihnen zum Nachteil gereichen. Ich persönlich mache das gewöhnlich bei meinen Screencasts nach genau diesem Muster.

Bei Camcorder-Aufnahmen, wo Sie also vor der Kamera stehen, ist es mit dem Ablesen schon schwieriger. Wenn man aber kurze Passagen auswendig lernen kann oder sich so kurz fassen kann, dass man alles auf eine Din-A4 Seite bekommt, dann kann man einfach nach erfolgreichem Aufsagen des ersten gelernten Textes oder Ablesen der ersten Seite einen Schnitt machen und nimmt sich dann die nächste Seite vor. Im fertigen Film merkt das bei einem Zusammenschnitt und gleichzeitigem Szenenwechsel keiner – im Gegenteil: So haben Sie sogar noch „Bewegung“ im Bild durch die Schnitte! Und Action ist immer gut, wenn man’s nicht übertreibt 😉
Ich persönlich klemme immer eine Din-A4 Seite mit Stichpunkten oder -sätzen unterhalb der Kamera fest. Ich lerne also einen Teil des Textes auswendig bzw. weiß, was ich sagen will und wenn ich doch den Faden verliere, schaue ich kurz auf das Notizblatt und nehme den Faden wieder auf. Durch Szenenwechsel/Schnitte vermeide ich, dass ich ellenlänge Texte auswendig lernen muss. Und geht dann doch mal etwas komplett schief, ist es nicht schlimm, weil das Stück Video (die Szene) eh nicht allzu lang ist und einfach häufiger neu gemacht werden kann – bis es passt.

Abschließend kann ich definitiv sagen:
Nutzen Sie in jedem Fall ein Skript! Ihre Besucher und Zuschauer werden es Ihnen danken und es wird sich spürbar auf die Qualität Ihrer Videos auswirken! Auch wenn es vielleicht ein wenig Übung braucht…

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihren Videos
Ihr Gordon Kuckluck

Gordon Kuckluck

Initiator von GeldSchritte.de, Online-Marketer mit Leib und Seele, vor allem den Bereichen Landingpages, Conversionoptimierung und E-Mail-Marketing verschrieben, stets an der Schnittstelle von Offline- zu Online-Business.
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Gordon Kuckluck

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