Selbstständig im Netz – Interview mit Peer Wandiger

Ich freue mich riesig heute hier auf GeldSchritte ein Interview mit Peer Wandiger veröffentlichen zu können!

Peer Wandiger ist Webmaster und Betreiber von Selbstständig im Netz (im folgenden kurz „SiN“ genannt). Er selbst hat es geschafft, sich im Internet ein Geschäft aufzubauen. In die Selbstständigkeit gestartet, ist er vor fünf Jahren; das SiN-Blog hat rund 2 Jahre gebraucht um zu dem zu werden, was es heute ist: Eines der bekanntesten und rentabelsten Blogs im deutschen Web!

Im Interview erzählt Peer über seine Anfänge in die Selbstständigkeit, über Hürden, die es zu nehmen galt und erzählt, was er von all den „Millionen-Gurus“ hält, die im Internet das schnelle Geld versprechen…

Also dann: Auf geht’s! 🙂

Interview mit Peer Wandiger

Peer Wandiger
Peer Wandiger

Hallo Peer!

Ich freue mich, dass Du Dich bereit erklärt hast, hier auf GeldSchritte mal ins „Verhör“ zu gehen 😉

Die ersten Fragen beziehen sich auf Deine Anfänge in die Selbstständigkeit: Womit genau hast Du Dich damals selbstständig gemacht? Wie bist Du überhaupt auf die Idee gekommen das SiN-Blog zu erstellen? War etwas in der Art von Anbeginn Deiner Selbstständigkeit an geplant oder hat sich die Idee dazu irgendwie mit der Zeit entwickelt?

Hallo Gordon. Ich habe mich selbständig gemacht, als in meiner Firma nach einer Übernahme die Hälfte der Belegschaft entlassen wurde. Mit dem Gedanken hatte ich schon vorher gespielt und in dem Moment war es einfach die beste Entscheidung.

Ich habe mich als Webentwickler selbständig gemacht und Websites für regionale Kunden erstellt. Das mache ich noch heute, auch wenn ein paar überregionale Kunden hinzugekommen sind.

Die Idee für meinen Blog hatte ich kurz nach meiner Existenzgründung. Ich habe viele Blogs gelesen und nach einem Thema gesucht, für das ich selber einen Blog aufbauen könnte. Und da bot sich die Kombination aus meinen Erfahrungen zur Selbständigkeit und dem Internet an. Und sowas gab es vorher in Deutschland auch noch nicht.

Natürlich hat sich der Blog in den letzten 3,5 Jahren weiterentwickelt. Aber der Grundgedanke, nützliche Infos für all jene zu veröffentlichen, die erfolgreich selbständig im Web sein wollen, ist immer noch vorhanden.

Wie sieht ein „normaler“ Arbeitstag bei Dir aus?

Früh lese ich meinen Feedreader, checke Twitter und beantworte Mails. Dann arbeite ich an Kundenprojekten und schreibe danach meist den einen oder anderen Artikel. Oder ich veröffentliche Artikel, die ich z.B. am Vorabend geschrieben habe. Abends arbeite ich dann meist nochmal an Kundenprojekten oder an meinen Blogs.

Du hast ja neben SiN auch noch weitere Projekte laufen, wie z.B. das Blogprojekt. Wie viele Projekte betreust Du zur Zeit genau und was ist jeweils ganz kurz der Inhalt dieser Projekte?

Ich habe diese 2 Hauptblogs und das Forum sin-forum.de. Zusätzlich bastle ich an vielen kleinen Affiliate-Sites. Das ist schon mehr als genug zu tun. Im Hinterkopf habe ich weitere Ideen, aber da fehlt aktuell die Zeit.

Was ist der Schlüssel dazu, mehrere Projekte gleichzeitig zu managen?

Gute Organisation und Selbstdisziplin ist für mich sehr wichtig. Andere mögen das anders handhaben. Aber ich muss mir konkrete Ziele setzen und diese dann abarbeiten. Zumal ich immer versuchen muss, die Balance zwischen meinen Projekten und Kundenprojekten hinzubekommen, auch wenn ich an meinen Projekten natürlich lieber arbeite.

Mein aktuelles 13 Wochen Projekt ist dazu ein Selbstversuch. Bestimmte Dinge, die ich schon lange vor mir herschiebe will ich auf diese Weise umsetzen.

Man sollte sich aber auch nicht zu viel gleichzeitig vornehmen. Lieber weniger Dinge richtig machen, als zu viele Dinge nur halbgar.

Wieso arbeitest Du überhaupt noch an Kundenprojekten und – bei Deinen Blog-Einnahmen – nicht nur noch ausschließlich an Deinem Blog?

Das ist eine gute Frage. Zum einen habe ich natürlich langfristige Kundenkontakte, die ich nicht von heute auf morgen abbrechen will. Zumal ich in der angenehmen Lage bin, mir meine Aufträge auszusuchen.

Zum anderen gibt mir das eine gewisse Sicherheit und die Einnahmen des Blogs würde sicher eine Weile brauchen, um die wegfallenden Einnahmen durch Kundenwebsites aufzufangen. Blog-Einnahmen, zumindest meine, wachsen ja eher langsam und stabil.

Mittel- bis langfristig ist es aber durchaus möglich, dass ich mich nur auf meine eigenen Projekte konzentriere.

Was hat Dich dazu veranlasst z.B. mit Blogprojekt ein eigenes, neues Blog zu eröffnen und die Informationen nicht einfach bei SiN zu integrieren?

Auf SiN sind damals immer mehr Artikel über das Bloggen erschienen. Aber das passte nicht so richtig zum Business-Thema des Blogs. Also habe ich all meine Ideen für Artikel über das Bloggen in einen neuen Blog ausgelagert.

Natürlich hätte ich das auch weiterhin auf SiN veröffentlichen können, aber ich bin auch ein Fan davon, nicht alles auf eine Karte zu setzen. Und so baue ich nach und nach Blogprojekt weiter aus.

Was hat Dich persönlich dazu veranlasst, die Einnahmen, die Du über das SiN-Blog erzielst, zu veröffentlichen? Immerhin gibt es da ja recht kontroverse Meinungen zu…

Ich denke, bei meinem Blog passt das recht gut. Denn schließlich schreibe ich auch viel darüber, wie man im Web Geld verdienen kann.

Das gibt den Lesern auch Vertrauen, dass ich weiß worüber ich schreibe. Zudem veröffentliche ich ja schon sehr lang meine Einnahmen. Daran kann jeder sehr schön erkennen, wie sich der Blog entwickelt hat.

War es denn überhaupt von Anfang an geplant, das SiN-Blog zu monetarisieren?

Ich habe recht zeitig damit angefangen. Aber mehr zum Testen von neuen Anbietern. Dass ich auf SiN mal so stabile und gute Einnahmen erzielen konnte, war weder geplant noch erwartet.

Aber auf diese Weise konnte ich die Dinge, über die ich schreibe, auch wirklich selber testen, als nur darüber was zu lesen. Und das hilft mir natürlich wieder dabei, hochwertige und anschauliche Artikel zu schreiben.

Hattest Du niemals die Ambition ein eigenes Infoprodukt (oder etwas anderes) herzustellen und zu verkaufen, so wie es ja viele Internetmarketer tun? Was hat Dich dazu veranlasst, alles kostenlos anzubieten?

An sich finde ich es nicht schlecht, Infoprodukte zu veröffentlichen. Ich mag z.B. sehr Fachbücher und bezahle da auch gerne Geld für.

Allerdings habe die meisten Infoprodukte doch einen eher negativen Touch. Von Marktschreierischen Vermarktungsmethoden bis hin zu klarem Betrug gibt es alles. Und auch wenn es ebenfalls seriöse Anbieter da gibt, möchte ich eigentlich nicht in einen Topf mit diesen Infoprodukt-Anbietern geworfen werden.

Aber ich will auch nicht „Nie“ sagen. Wenn es sich mal anbietet, kommt da vielleicht irgendwann mal was. Aber dann auf seriöse Art und Weise.

Was hältst Du von den vielen sogenannten Internetmarketern, die im Internet das schnelle Geld versprechen und Millionen in Aussicht stellen?

Jeder, der das schnelle Geld verspricht ist unseriös, denn das schnell Geld gibt es nicht. Außer für diese Internetmarketer.

Oft sind diese Intermarketer auch nette und kompetente Leute. Und ich habe da auch schon viele Produkte gelesen, die richtig gut waren.

Das Problem ist oft die Vermarktung selber. Da wird agressiv und grenzwertig das eigene Produkt beworben. Mit Methoden, die ich unnötig und unseriös finde.

Jeder sollte sich bewusst sein, dass man viel und hart arbeiten muss. Und einfach ein Fachbuch oder ein Infomarketer-Produkt zu kaufen reicht auch nicht. Man muss es lesen und dann vor allem umsetzen!

Warum verschickst Du nicht – wie viele andere – regelmäßig alle paar Tage Newsletter bzw. Werbemails mit Affiliate-Links? Ich denke „das Geld liegt in der Liste“, wie es so schön heißt?

Ich habe auf Blogprojekt.de einen Newsletter und der erscheint einmal die Woche. Ansonsten bin ich aber Fan von Blogs bzw. Websites.

Natürlich ist ein Newsletter eine gute Alternative. Man ist unabhängig von Google und kann damit ein paar schöne Sachen machen. Aber derzeit schreit auch jeder „Das Geld liegt in der Liste“. Es ist ebenfalls viel Arbeit, so eine Liste aufzubauen und mit nützlichen Inhalten zu füllen.

Was sollte auf jeden Fall jedem klar sein, wenn er plant, sich im Internet eine Existenz aufzubauen? Was ist Deiner Meinung nach die größte Hürde dabei oder vielleicht auch das größte Missverständnis, das so kursiert?

Wie schon gesagt, wird man im Web nicht über Nacht reich. Auch im Web muss man arbeiten und das über einen langen Zeitraum. Wer glaubt, er könne in einem Monat einen Blog wie meinen aufbauen, dem wünsche ich viel Glück.

Man muss dran bleiben, seine Leidenschaft für ein Thema einbringen, viel über Monetarisierung und Vermarktung lernen und besser sein, als die Konkurrenz. Wie im realen Business eben.

Die meisten scheitern einfach daran, dass sie mit falschen Erwartung oder zu geringem Durchhaltevermögen gestartet sind.

Wenn Du noch einmal bei Null anfangen müsstest, würdest Du dann irgendetwas anders machen?

Ich würde Selbständig im Netz ein paar Jahre früher starten. 😉

Aber ansonsten gibt es nicht vieles, was ich anders machen würde. Gerade auch die Fehler und Misserfolge, die man macht, prägen einen und man lernt daraus mehr als aus Erfolgen.

Wann ist Deiner Meinung nach der „richtige“ Zeitpunkt gekommen, sich mit seinem Webbusiness selbstständig zu machen? Erst dann, wenn man von den Einnahmen schon leben kann oder früher?

Ehe eine Website oder ein Blog Geld abwirft, das dauert schon eine Weile und es gibt auch keine Garantie dafür. Deshalb sollte man sich nebenberuflich was aufbauen oder neben der Schule bzw. dem Studium.

Selbst wenn man Vollzeit an einem neuen Blog arbeitet, dauert das mit den Einnahmen eine ganze Weile. Ich habe nach circa 3 Jahren ein Einnahmeniveau mit dem SiN-Blog erreicht, von dem ich leben könnte.

Peer, ich danke Dir, dass Du hier Rede und Antwort gestanden hast!

Ich wünsche Dir weiterhin alles Gute für Deine Selbstständigkeit – und wer weiß, vielleicht folge ich Dir ja irgendwann mal… 😉

Gordon Kuckluck

Initiator von GeldSchritte.de, Online-Marketer mit Leib und Seele, vor allem den Bereichen Landingpages, Conversionoptimierung und E-Mail-Marketing verschrieben, stets an der Schnittstelle von Offline- zu Online-Business.
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Gordon Kuckluck

Initiator von GeldSchritte.de, Online-Marketer mit Leib und Seele, vor allem den Bereichen Landingpages, Conversionoptimierung und E-Mail-Marketing verschrieben, stets an der Schnittstelle von Offline- zu Online-Business.

14 Comments

  • Tolles Interview, danke dafür.
    Ich lese Peer’s Blogs täglich und warte immer gespannt auf die neuesten Beiträge.

  • manuel Schäfer

    23. September 2010

    Das Interview ist gut, wenn ich mir auch etwas tiefere Einblicke in die Arbeiten neben SiN gewünscht hätte, also was die Kundenprojekte z.B. betrifft.

  • Matze

    24. September 2010

    Sehr interessanter Artikel. Vielen Dank an Gordon & Peer für diesen ehrlichen und offenen Einblick.

  • Frank

    24. September 2010

    Ja sehr gutes Interview, obwohl ich immer noch denke, dass Peer mit einem Infoprodukt oder Infoprodukten, locker im 5-stelligen Bereich verdienen würde. 🙂 Könnte mir dann sogar ein Partnerprogramm vorstellen.

  • Thomas

    26. September 2010

    Hallo Gordon, hallo Peer,

    Ein sehr interessantes Interview was ihr da geführt habt.
    ich bin immer wieder erstaunt und begeistert, wenn Peer seine monatlichen Einnahmen von SiN veröffentlicht.
    Jedoch wundert mich das bei seinem absolut professionellen Blog und seiner hochwertigen Beiträge nicht wirklich.
    Gordon mach genau so weiter…

    Beste Grüße
    Thomas

  • Michael Freitag

    2. Oktober 2010

    Klasse Unternehmer und ein echt netter Mensch… Ich lese regelmäßig in seinem Blog – Nur zu empfehlen 🙂

  • Melchior Blaise

    2. Mai 2011

    Ein tolles Interview.
    „Selbstständig im Netz“ verfolge ich schon ewig und seit einigen Wochen komme ich auch fast täglich auf Geldschritte. Zwei echt gute Blogs, die nur zu empfehlen sind.

    Melchior Blaise

  • Sascha

    17. Juli 2011

    Habe gerade ein wenig durch Deine Artikel gestöbert und bin dann auf dieses Interview gestoßen. Was soll ich sagen, wirklich gut und interessant gemacht. Wohl auch deswegen, weil ich den SiN-Blog selbst regelmäßig lese.

    Grüße aus Bremen, Sascha