Wann und wie selbstständig machen?

Heute mal wieder etwas, was eher in Richtung „eigene Sache“ geht.

Bei meinem Versuch ein Webbusiness aufzubauen, stehe ich natürlich noch ganz, ganz, ganz am Anfang.

Und dennoch:
Es stellt sich für mich die Frage, ab wann man sich denn sinnvollerweise selbstständig machen könnte/sollte/dürfte.

Sollte man sich voll und ganz auf sein geplantes Webbusiness fokussieren und alles andere außen vor lassen?
Oder sollte man sich nebenbei selbstständig machen und erst, wenn man merkt, dass es läuft, alles auf eine Karte setzen?

Irgendwie kann man jeden vermeintlichen Vorteil auch gleich wieder in einen Nachteil verkehren – hüben wie drüben…

Image: Filomena Scalise / FreeDigitalPhotos.net

Hauptberufliche Selbstständigkeit

Vorteile:

  • Volle Konzentration auf das geplante Webbusiness – ohne Ablenkungen.
  • Läuft der Laden erstmal, so ist keine weitere Änderung nötig – noch „selbstständiger“ kann man sich ja nicht machen 😉

Nachteile:

  • Anfangs KEINE (oder nur sehr geringe) Einnahmen – wie die Selbstständigkeit finanzieren?
  • Durch die ausschließliche Konzentration auf diese eine Sache, setzt man sich u.U. sehr starke „Scheuklappen“ auf – man sieht keine anderen Arbeitsmöglichkeiten mehr (vergleiche meine persönliche Situation weiter unten in diesem Artikel).
  • Der Aufbau eines Webbusiness‘ dauert seine Zeit! Ist man bereit monate- oder eher noch jahrelang hart zu arbeiten, obwohl man anfangs keine (oder kaum) Erfolge sieht?

Nebenberufliche Selbstständigkeit

Vorteile:

  • Man bleibt offener für andere Dinge bzw. kann man seinen derzeitigen Beruf (sofern vorhanden) weiter ausüben – die Selbstständigkeit läuft nicht nur auf dem Gewerbeschein „nebenberuflich“, sondern auch zeitlich „nebenher“.
  • Start der Selbstständigkeit u.U. aus gesichertem finanziellen Umfeld und damit generell risikoärmer. Klappt es mit der Selbstständigkeit nicht, so hat man nicht gleich alles verloren.

Nachteile:

  • Höhere Ablenkungsgefahr durch anderen Dinge, wie z.B. den Hauptberuf.
  • Man muss die zeitliche Mehrbelastung über einen längeren Zeitraum (Monate oder eher Jahre) stemmen können.
  • Das vielleicht gesicherte finanzielle Umfeld, kann sich auch als „Ruhebett“ entpuppen – man arbeitet nicht nur zeitlich weniger an seinem geplanten Webbusiness, sondern auch mit weniger Elan, da man es ja eh nicht so dringend „braucht“…
  • Sollte es mit der Selbstständigkeit klappen, so muss man später sein Gewerbe noch einmal ummelden und einige Behördengänge erledigen.

Meine persönliche Situation

Diese ganze Thematik ist für mich insbesondere deshalb aktuell, weil ich heute noch einen Termin beim hiesigen Arbeitsamt habe.
Dort werde ich mich beraten lassen und mit dem Ansprechpartner gemeinsam sehen, was ich jetzt mit meinem Beruf (Diplom-Biologe) anfangen kann.
So jedenfalls der Plan des Arbeitsamtes…

Doch wie und wann jubel ich dem Berater mein Webbusiness-Vorhaben geschickterweise unter?
Und wie verkaufe ich das? Als „nur einen weiteren/anderen Versuch auf eigenen Beinen zu stehen“? Oder als
DIE Möglichkeit schlechthin?

Eins ist klar:
„Richtiges“ Bewerben kann auch ein Vollzeit-Job sein!
Wenn ich nun fleißig weiter nach Stellen als Diplom-Biologe Ausschau halte und vielleicht sogar irgendwelche Lehrgänge o.ä. vom Arbeitsamt aus besuchen muss – wie viel Zeit bleibt dann noch für mein geplantes Webbusiness?!

Andersherum:
Verzichte ich ganz darauf, mich als Diplom-Biologe zu bewerben und konzentriere mich ausschließlich auf mein Webbusiness – wie mache ich das dem Arbeitsamt klar? Und wie mache mir das selbst klar, insbesondere falls es mit meinem Webbusiness nichts wird?!
Wenn ich jetzt erstmal monate- oder jahrelang nicht als Diplom-Biologe arbeite, dann wird’s natürlich noch mal schwerer später einen Job in „meinem“ Bereich zu finden – plötzlich wird der Vorteil der vollen Konzentration auf das Webbusiness ein großer Nachteil… freilich nur, wenn es mit der Selbstständigkeit nicht klappen sollte…

Persönlich tendiere ich momentan minimal eher zur nebenberuflichen Selbstständigkeit.

Was ist Ihre Meinung?

Wann ist Ihrer Meinung nach der „richtige“ Zeitpunkt gekommen, sich selbstständig zu machen?

Wie ist Ihrer Meinung nach das „richtige“ Vorgehen, wenn man eine Selbstständigkeit im Internet plant?

Ich finde zwar immer wieder Hinweise darauf, was alles zu beachten ist, wenn man sich selbstständig machen möchte. Dazu gehören dann solche Sachen wie: Welche Ämter muss ich kontaktieren? Was ist ein Kleinunternehmer? Muss ich mir einen Steuerberater suchen oder kann ich meine Steuererklärung selbst machen? Usw. usf.

Wer aber hilft bei der Entscheidung, ob man sich überhaupt selbstständig machen sollte?
Wer hilft die richtige Vorgehensweise dabei zu finden – zuerst nebenberufliche Selbstständigkeit und dann hauptberufliche oder gleich alles auf eine Karte?

Ich freue mich auf Ihre Kommentare, besonders weil es mich selbst so sehr betrifft…

Liebe Grüße,
ein nachdenklicher Gordon Kuckluck

Gordon Kuckluck

Initiator von GeldSchritte.de, Online-Marketer mit Leib und Seele, vor allem den Bereichen Landingpages, Conversionoptimierung und E-Mail-Marketing verschrieben, stets an der Schnittstelle von Offline- zu Online-Business.
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Gordon Kuckluck

Initiator von GeldSchritte.de, Online-Marketer mit Leib und Seele, vor allem den Bereichen Landingpages, Conversionoptimierung und E-Mail-Marketing verschrieben, stets an der Schnittstelle von Offline- zu Online-Business.

2 Comments

  • besser_geld

    19. August 2010

    Hallo Gordon,

    vor dieser wichtigen Frage stehen früher oder später alle Internet-Marketer.
    Was ich prinzipiell niemandem empfehle, der eine feste Anstellung mit einem geregelten Einkommen hat, ist, dies zu kündigen, bevor sich wirklich regelmässige Einfkünfte aus dem Webbusiness eingestellt haben. Auch wenn es verführerisch ist und auch, wenn Sie sich dann natürlich komplett auf Ihr neues Business konzentrieren können. Tun Sie es nicht. Die Chancen im Internet sind groß, aber auch hier gibt es keine Garantie und niemand kann Ihnen sagen, wie lange es dauert, bis Sie wirklich ordentliche Umsätze generieren werden, von denen Sie auch leben können.
    Wer also einen Job hat, behalte diesen so lange, bis das neue Webbusiness die Einnahmen ersetzt, besser noch, übersteigt.
    Ja, während dieser Zeit müssen Sie MEHR arbeiten, nämlich Vollzeit in Ihrem Hauptberuf und nebenbei noch an Ihrem Webbusiness und das brauche eine gehörige Portion Selbstdisziplin. Aber letzteres benötigen Sie ohnehin, denn auch wenn Sie keiner anderen Beschäftigung mehr nachgehen, sind die Ablenkungsmöglichkeiten unendlich.
    Und wer der Meinung ist, dass man im Internet Geld verdienen kann, ohne zu arbeiten, der wird ohnehin sehr schnell enttäuscht sein.

    Wenn Sie gerade arbeitslos sind, dann können Sie die Zeit nutzen und mit voller Kraft an Ihrem Webbusiness arbeiten. Sollten Sie ein Jobangebot bekommen, bevor sich Ihr Projekt rechnet (also bevor Sie davon leben können), nehmen Sie den Job an und arbeiten nebenberuflich an an Ihrem Webbusiness weiter. So lange bis …. siehe oben.

    Dann gibt es noch die Möglichkeit den Schritt in die Selbständigkeit vom Arbeitsamt fördern zu lassen. Prinzipiell machen die Arbeitsämter das ganz gern, weil alle die, die in die Selbständigkeit gehen, auch wenn sie noch Fördermittel erhalten, nicht mehr in der Arbeitslosen-Statistik geführt werden müssen. Das macht sich gut. Allerdings sind die Mittel begrenzt und es wird längst nicht mehr, wie früher, alles gefördert. Ob Sie da mit einer Web-basierten Selbständigkeit durchkommen, weiß ich nicht. Ich könnte mir vorstellen, dass das nur auf begrenzte Begeisterung stößt. Am besten ist, man bespricht das mit dem betreffenden Sachbearbeiter und „lotet mal vorsichtig die Möglichkeiten aus, ohne sich zu weit aus dem Fenster zu lehnen“.

    Auf jeden Fall sollte eine finanzielle Absicherung Ihrer Existenz IMMER im Vordergrund stehen. Gerade Internet-Projekte haben ja den Vorteil, dass man die Risiken extrem klein halten kann und warum sollten Sie diesen Vorteil aus der Hand geben?

    Weiterhin viel Erfolg!

  • Gordon Kuckluck

    19. August 2010

    Vielen Dank für Ihre Einschätzung!