Blog-Monetarisierung – Micropayment mit Flattr und Kachingle

Vor kurzem hatte ich ja eine kleine Artikel-Serie geschrieben, wie man sein Blog monetarisieren kann. Eine Möglichkeit habe ich dabei allerdings vergessen – darauf wurde ich durch den Selbstständig-im-Netz-Blog aufmerksam.

Es handelt sich um (Social) Micropayment Systeme. Kleine, grün-orange Grafiken, die auf einigen Blogs zu finden sind, gehören z.B. zu Flattr.

Aber zunächst mal der Reihe nach 😉

(Social) Micropayment – Was ist das?

Micropayment bedeutet „Kleinbetragszahlung“ oder „Mikrozahlung“.
Zunächst einmal wird damit einfach die Bezahlung eines geringen Geld-Betrages für verschiedene Dinge bezeichnet. In der Regel bezieht sich die Bezeichnung Micropayment zwar auf digitale Güter (z.B. Musikstücke oder online Zeitungsartikel), kann sich aber auch z.B. auf die Bezahlung eines Brötchens beziehen. Für gewöhnlich gelten Zahlungsströme von 0,01€ bis 5,00€ als Micropayment; alles, was darüber hinausgeht, wäre demnach als Macropayment zu bezeichnen.

Image: Francesco Marino / FreeDigitalPhotos.net

Ganz neue Bedeutung haben die Micropayments im Zeitalter des Internets erhalten:
Über das Internet lassen sich viele Güter problemlos schnell und einfach ganz weit verbreiten. Die Kosten dafür gehen gegen Null…

Doch, hat nicht auch jemand Anspruch auf Bezahlung, der viel Arbeit in gute Internetseiten, Nachrichten, Videos oder Blogs investiert, auch wenn er seine Arbeit nicht direkt verkauft?

Diese Frage muss sich jeder allein beantworten, doch zwei Beispiele sollen uns die Situation vielleicht einmal verdeutlichen:

  1. Sie besuchen als „normaler“ Internetbenutzer ein Blog, auf dem der Betreiber wirklich hochwertige Informationen, Tipps und Anleitungen zur Verfügung stellt. Er dokumentiert dabei einige Dinge sogar in Video-Form, so dass man alles direkt am Bildschirm nachvollziehen und nachmachen kann. Sie sind begeistert!
  2. Sie betreiben selbst ein WordPress-Blog. Natürlich wollen Sie Ihren Besuchern ein hochwertiges Blog bieten – ist ja klar! Daher spielen Sie mit dem Gedanken, Ihre Besucher mehr in die Gestaltung Ihres Blogs mit einzubeziehen: Sie wollen in einem Artikel die Möglichkeit bieten, an einer kleinen Umfrage teilzunehmen.
    Aber wie realisiert man das? Sie sind ja schließlich kein Programmierer und betreiben ein WordPress-Blog, weil’s ja gerade so einfach zu bedienen ist…
    Was tun Sie also?
    Klar, Sie suchen nach einem WordPress-Plugin – und finden das Plugin „WP-Polls„.
    Alles klar!
    Ratz-Fatz ist das Plugin installiert und Sie starten die Umfrage mit wenigen Mausklicks in Ihrem neuen Artikel. Sie sind begeistert!

Doch jetzt denken Sie plötzlich nach…
Wieso stellt jemand kostenlos (!) so viele gute Tipps und Tricks online? Einfach so, in seiner Freizeit?
Und Sie überlegen, ob Sie denjenigen nicht irgendwie unterstützen können, damit er niemals aufgibt so tolle Sachen zu veröffentlichen…

Und bei Ihrer Umfragen-Plugin-Suche stoßen Sie im Zuge des WP-Polls-Plugins auf die Seite der Plugin-Programmierer.
Wow, die haben ja nicht nur das WP-Polls-Plugin, sondern ganz viele hochwertige WordPress-Plugins!
Aber… wieso stellen die ihre Arbeit bloß kostenlos (!) zur Verfügung?
Was auch immer die Gründe dafür sein mögen – hoffentlich hören die damit nie auf!
Kann man die Programmierer vielleicht irgendwie unterstützen?

Social Micropayments beziehen sich nun gerade auf das Web 2.0-Phänomen der Vernetzung: Innerhalb von Social Micropayment-Systemen kann jeder Micropayments erhalten und vergeben.
Und damit in der Tat diverse Seiten und Blogs finanziell mit einem einfachen Mausklick und winzigen Betrag (die Masse macht’s) unterstützen!

Flattr

Flattr stellt solch ein Social Micropayment System dar. Mittels Flattr haben Sie die Möglichkeit einen monatlichen eingezahlten Betrag auf besuchte Flattr-Seiten und -Blogs zu verteilen und diese so zu unterstützen.

Aber am besten erklärt das folgende Video Flattr:

Kachingle

Kachingle stellt einen weiteren Micropayment-Dienst dar. Im Grunde funktioniert Kachingle ähnlich wie Flattr.

Die Unterschiede sind jedoch folgende:

  • Flattr wird mittels kleiner grün-orangener Grafiken auf einzelne Seiten (und einzelne Artikel) eingebunden. Diese können dann gezielt „geflattret“ werden.
    Bei Kachingle wird hingegen EINE Möglichkeit der Unterstützung in den Blog eingebunden – so wie hier auf GeldSchritte rechts in der Sidebar 😉 Klickt ein Besucher auf dieses Kachingle-Symbol (er muss selbst auch ein Kachingle-Nutzer sein), dann kann er damit schnell und einfach das Blog oder die Seite unterstützen. Man kann immer nur einmal pro Monat eine Seite oder ein Blog „kachinglen“.
  • Bei Kachingle ist der monatliche „Spenden-Beitrag“ vorgegeben – 5$.
    Bei Flattr können Sie Ihren Betrag selbst bestimmen.
  • Kachingle zählt die Anzahl der Besuche auf einer Seite oder einem Blog: Je häufiger Sie also ein Blog, das Sie „kachinglet“ haben, besuchen, desto mehr von Ihrem eingezahlten 5$-Betrag erhält das Blog am Ende des Monats (das könnte problematisch sein, wenn Sie viele RSS-Feed-Leser haben. Wie Sie diese auf Ihr Blog „locken“ können, das habe ich hier schon einmal angerissen).
    Flattr erfordert zusätzliche Aktivität vom Besucher: Hier gibt es zwar die Möglichkeit bestimmte Artikel GEZIELT zu „flattren“, doch Besucher müssen halt jedes Mal neu auf den Flattr-Button klicken, wann immer ihnen etwas Bestimmtes gefällt…
  • Obwohl ich bei Kachingle selbst noch keine 5$ eingezahlt habe (ich habe wirklich bewusst noch keine einzige Kachingle-Seite gesehen…), konnte ich die Kachingle-Grafik bereits hier einbinden und kann Spenden erhalten. Man muss also selbst nicht „kachinglen“ um „kachinglet“ zu werden.
    Bei Flattr erhalten Sie nur Geld, wenn Sie selbst auch andere Seiten „flattren“!
  • Offenbar braucht man bei Flattr einen speziellen „invite code“ (Einladungscode), damit man sich registrieren kann. Solch einen Code habe ich bisher nicht.
    Bei Kachingle kann sich jeder schnell und einfach registrieren und das System nutzen!
  • Bei Kachingle sieht man, wer wen unterstützt.
    Bei Flattr unterstützt man anonym.

Fazit

Ob Micropayment-Systeme wirklich mehr bringen als ein paar wenige Euros (oder gar nur Cents?) – das bezweifle ich momentan noch.
Zumindest hier in Deutschland gibt es noch recht wenige Flattr- und Kachingle-Nutzer – und diese Systeme leben von vielen Nutzern! Das Gros scheint sich zur Zeit noch auf den englischsprachigen Raum zu beschränken. Aber Kachingle ist z.B. nach eigener Aussage auch gerade erst dabei, seinen Service mehr und mehr „einzudeutschen“ – also vielleicht geht da ja noch was… 😉

Vielleicht haben Sie bei der Seite der WP-Polls-Plugin-Programmierer rechts in der Sidebar die Möglichkeiten des Spendens via PayPal gesehen? Eine Möglichkeit, die ich schon häufiger gesehen habe! Es scheint, dass diese Methode momentan noch eher Erfolge verspricht, als Micropayment-Dienste… wie genau die Erfolgschancen hier aber aussehen, kann ich nicht beurteilen.

Fakt ist: Wenn sich (Social) Micropayment Systeme á la Flattr und Kachingle etablieren würden (also viele mitmachen), so wäre dies sicherlich eine einfachere Möglichkeit (gute) Online-Inhalte gebührend zu unterstützen als vergleichsweise aufwendige PayPal-Spenden!

Auf jeden Fall lasse ich den Kachingle-Code in der rechten Sidebar hier auf GeldSchritte erst einmal drin. Ich werde dann ja sehen, ob darüber etwas kommt und auch wie viel.
Einen Helfer habe ich laut der Anzeige ja bereits 😉

Ich halte Sie auf dem Laufenden! 🙂

Ach ja: Falls Sie einen Flattr invite code haben – ich würde mich über einen freuen, damit ich auch dieses System genauer testen kann! Einfach mir eine Mail schreiben oder die Kommentar-Funktion nutzen, dann melde ich mich bei Ihnen 🙂
Vielen Dank!

EDIT:
Soeben habe ich einen invite Code von Flattr selbst erhalten (dort konnte ich mich auch mit eMail-Adresse als Interessent melden).
Bin jetzt gerade dabei Flattr kennenzulernen und einzubauen.
Ich halte Sie natürlich auch hier auf dem Laufenden! 😉

Liebe Grüße,
Ihr Gordon Kuckluck

Gordon Kuckluck

Initiator von GeldSchritte.de, Online-Marketer mit Leib und Seele, vor allem den Bereichen Landingpages, Conversionoptimierung und E-Mail-Marketing verschrieben, stets an der Schnittstelle von Offline- zu Online-Business.
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Gordon Kuckluck

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