Vom Sinn und Unsinn des PageRanks…

In den vergangenen Tagen hat mich das Thema „PageRank“ immer wieder beschäftigt.
Ich konnte damit zu Beginn meiner „Internet-Karriere“ überhaupt nichts anfangen. Später hatte ich zumindest verstanden, dass der PageRank etwas über den „Wert“ einer Seite, ihren Bekanntheitsgrad und ihre „Qualität“ aussagt und ein ganz wichtiges Kriterium für den Betreiber eines Blogs oder einer Seite sein sollte…

Zumindest dachte ich das bis vor kurzem…

PageRank – Was ist das überhaupt?

Der PageRank wurde einstmals von Google ins Leben gerufen. Er sollte es der Suchmaschine damals etwas vereinfachen, Seiten zu bewerten und zu entscheiden, an welchen Positionen die jeweiligen Seiten bei bestimmten Suchanfrage gelistet werden sollten.

Konkret ging es dabei zunächst im Prinzip um nichts anderes als darum, die Linkpopularität einer Seite festzustellen. Man ging davon aus, dass auf gute Seiten verhältnismäßig mehr hingewiesen wird, als auf schlechtere oder uninteressante. Je mehr Backlinks eine Seite also aufzuweisen hat, desto höher war ihr PageRank und desto besser und höher wurde sie in Suchergebnissen gelistet.

Image: Salvatore Vuono / FreeDigitalPhotos.net

Laut Google-Technologie „interpretiert PageRank einen Link von Seite A auf Seite B als Votum für Seite B durch Seite A“. Dabei spielt es dann wieder eine Rolle, wie hoch der PageRank von Seite A ist: Je höher dieser, desto höheres Gewicht hat ihr Votum für Seite B.

Für die Ermittlung des PageRanks spielen also in der Praxis noch etwas komplexere Vorgänge eine Rolle, als hier jetzt so vereinfacht dargestellt. Doch es soll in diesem Artikel nicht darum gehen, das komplexe Verfahren der PageRank-Ermittlung ausführlich und in allen Einzelheiten abzubilden. Es soll vielmehr um den Wert und die Bedeutung des PageRanks in der heutigen Zeit gehen.

Nachteile und Kritik des PageRanks

Auf jeden Fall gibt es gewichtige Nachteile beim PageRank. Die Kritik bezieht sich vor allem auf folgende Punkte:

  1. Es existiert bereits ein florierender Handel mit Backlinks.
    Wieso ist das ein Problem?
    Ganz einfach: Blogger oder Seitenbetreiber, die über gehobenere finanzielle Möglichkeiten verfügen, haben die Gelegenheit hochwertige Backlinks einfach einzukaufen! „Hochwertig“ bedeutet, dass es Backlinks von hoch gelisteten Seiten sind – eben Backlinks mit hohem Gewicht (siehe oben).
    Übrigens ist der Handel mit Backlinks nicht illegal. Es ist nicht so sehr das Problem des Handels an sich, sondern eher eben das Problem, wie der PageRank ermittelt wird. Es ist also schon okay, wenn man sich als Seitenbetreiber für den Einkauf von Backlinks entscheidet. Ein Problem wird daraus erst durch die Einstellung, dass der PageRank ein sehr wichtiges (vielleicht das wichtigste?) Kriterium für den „Wert“ einer Seite darstellt!
    Ich möchte also keinesfalls alle „verurteilen“, die Backlinks kaufen oder verkaufen! Ich möchte vielmehr aufzeigen, dass der PageRank nicht so wichtig ist, wie oft dargestellt.
  2. Der Inhalt/Content einer Seite gerät mehr und mehr ins Hintertreffen.
    Warum ist das ein Problem?
    Immer häufiger  hört oder liest man von Seiten-Betreibern, dass Sie nur noch auf Seiten verlinken möchten, die einen hohen PageRank haben. Warum sie einen hohen PageRank haben, sprich, ob der Content auch qualitativ hochwertig ist, das spielt – wenn überhaupt – nur eine untergeordnete Rolle.
    Die Einstellung, dass der PageRank so wichtig sei, führt hier also zu einer Verschiebung: Nicht mehr der Inhalt einer Seite zählt, sondern ihr PageRank. Und der könnte hier und da mehr oder weniger erkauft sein (siehe oben)…
  3. Aus den beiden oben erwähnten Gründen ergibt sich im Grund bereits logisch der zusammenfassende dritte Kritikpunkt:
    Der PageRank sagt nichts über die Qualität einer Webseite oder eines Blogs aus!
    Er allein stellt also kein hinreichendes Kriterium für den „Wert“ oder die Bedeutung einer Seite oder eines Blogs dar!

Wird der PageRank überschätzt?

Ja, das wird er leider von vielen immer noch!

Der PageRank spielt eine immer geringere Rolle. Er wird immer weniger mit dem tatsächlichen Ranking einer Webseite oder eines Blogs assoziiert. So gibt es Seiten, die einen hohen PageRank haben, aber bei fast keinem relevanten Suchbegriff in den Suchergebnissen gelistet sind. Andersherum gibt es Seiten mit einem sehr geringen PageRank, die durchaus bei diversen relevanten Suchbegriffen gelistet sind.

Woran liegt das?

Nun, selbst Google stuft die Wichtigkeit des PageRanks zunehmend geringer ein. Laut eigener Aussage gibt es über 200 Kriterien, nach denen Google eine Seite einstuft.

Und Google hat den PageRank auch bereits aus seinen Webmaster Tools verbannt.
Der Grund?
Bereits im Oktober 2009 hatte eine Google Mitarbeiterin über das Entfernen des PageRanks aus den Webmaster Tools geplaudert. Sie sagte ausdrücklich, dass auch Google vermehrt darauf hinweist, die Bedeutung des PageRanks nicht zu hoch einzustufen!
Außerdem erwähnt Sie, dass, wenn es nach Ihr ginge, der PageRank auch ruhig aus der Google Toolbar entfernt werden könne…

Content matters!

Also liebe Webmaster und Blogger dort draußen:
Bitte beachten Sie nicht nur den PageRank einer Seite oder eines Blogs. Beachten Sie viel mehr den Inhalt – denn auf den Inhalt kommt es an!

Hier auf GeldSchritte.de habe ich mir fest vorgenommen, Links zu Seiten zu setzen, die ich persönlich interessant und nutzbringend finde – egal wie hoch der PageRank ist! Das hat damit zu tun, dass ich für Menschen und nicht für Google bloggen will 🙂

In diesem Sinne,
Ihr Gordon Kuckluck

Gordon Kuckluck

Initiator von GeldSchritte.de, Online-Marketer mit Leib und Seele, vor allem den Bereichen Landingpages, Conversionoptimierung und E-Mail-Marketing verschrieben, stets an der Schnittstelle von Offline- zu Online-Business.
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Gordon Kuckluck

Initiator von GeldSchritte.de, Online-Marketer mit Leib und Seele, vor allem den Bereichen Landingpages, Conversionoptimierung und E-Mail-Marketing verschrieben, stets an der Schnittstelle von Offline- zu Online-Business.

6 Comments

  • stef

    28. Juli 2010

    Dem gebe ich Recht. Wie war das noch: content is king!
    Wenn ich meine, einen Link zu setzen, dann aufgrund überlegter Inhalte, die damit zu tun haben. Im Hinterkopf ständig Rankings o.ä. zu haben, nervt nicht nur, sondern beeinflusst auch den eigenen Inhalt.

  • Gordon Kuckluck

    28. Juli 2010

    Genau, ein wichtiger Punkt! Wie Du sagst, leidet in irgendeiner Form auch der Content unter dem ständigen Denken an den PageRank oder übermäßige SEO-Maßnahmen – das sehe ich auch so 🙂